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TRANSCENDENCE mit Rebecca Hall | Film 2014 | Kritik, Review

Zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2018 um 11:00

Transcendence wird gemeinhin als »dystopischer Science-Fiction-Film« bezeichnet. Damit assoziieren wir eine Art Endzeit-Thriller mit futuristischen Elementen. Auf jeden Fall eher etwas Spannendes, als etwas Romantisches. Trotzdem darf so ein Film neben einem spannenden Plot natürlich eine romantische Nebenhandlung beinhalten. Emotionen sind ja – wenn auch streitbar in dem, was sie eigentlich sind – gewiss eine wichtige Zutat in einer Geschichte. Nun wird das, was wir mit Genre-Bezeichnungen wie dem Sci-Fi-Film verbinden, nicht dem gerecht, was Transcendence zu bieten hat. Selbst wenn es dem Debüt-Regisseur Wally Pfister (der Stamm-Kameramann von Christopher Nolan) oder der Produzentin Annie Marter um Spannung und Emotionen gegangen sein mag, plädiere ich dafür, Transcendence vielmehr als spekulative Fallstudie zu einem unausweichlich scheinenden Szenario zu sehen.

Entschädelter Geist

Inhalt: Dr. Will Caster (Johnny Depp) gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Seine Arbeit besteht in der Entwicklung einer denk- und empfindungsfähiger Maschine. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Evelyn (Rebecca Hall), die ebenfalls Wissenschaftlerin ist. Als Will aufgrund einer Vergiftung nur noch wenige Monate zu leben hat, wagen sie einen Menschenversuch: Wills Bewusstsein soll in einen Computer übertragen werden und damit Wills Körper überleben.

Hinweis: Dieser Blogbeitrag enthält im wesentlichen keine Spoiler, die nicht schon der Prolog des Films andeutet. Im Absatz »Gedanken zum Ende« wird das Ende des Films genauer besprochen. Aktuelle legale Streaming-Angebote gibt’s wie immer bei JustWatch.

Schauspielerin Rebecca Hall in dem Film Transcendence

Totale: Transcendence im Zusammenhang

Historischer Kontext

Transzendenz (engl. transcendence, von lat. transcendentia – das Übersteigen) bezeichnet eine Sphäre möglicher Erfahrungen, die außerhalb menschlicher Sinneswahrnehmungen liegen. Inhalte dieser Sphäre gelten als transzendent – etwa Vorstellungen von Gott oder der menschlichen Seele. Damit ist »Transzendenz« ein Begriff der Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft.

Viele Ursprungs-Geschichten der Wissenschaft im Allgemeinen fangen mit Aristoteles an. So kommt auch Stephen Hawking in Eine kurze Geschichte der Zeit (1988) nicht an dem berühmten Denker der griechischen Antike vorbei:

Aristoteles glaubte, die Sonne, der Mond, die Planeten und die Sterne bewegten sich in kreisförmigen Umlaufbahnen um die Erde, während diese in einem unbewegten Zustand verharre – eine Auffassung, der seine mystische Überzeugung zugrunde lag, daß die Erde der Mittelpunkt des Universums […]  sei. Diese Vorstellung gestaltete Ptolemäus im 2. Jh. n. Chr. zu einem vollständigen kosmologischen Modell aus.1

Instrumente schlagen Ideen

Doch kaum ward über rund anderthalb Jahrtausende später das Fernrohr erfunden, widerlegte Galileo Galilei das mythologische Modell von Aristoteles und Ptolemäus. Es fanden sich neue Theorien zum Universum und neue Fragen zu seinem Ursprung und dem Wesen der Zeit – das, worum es Hawking geht. Er schreibt:

Wie wir noch sehen werden, ist ein Zeitbegriff vor Beginn des Universums sinnlos. Darauf hat schon Augustinus hingewiesen. Als er gefragt wurde: Was hat Gott getan, bevor er das Universum erschuf?, erwiderte er nicht: Er hat die Hölle gemacht, um einen Platz für Leute zu haben, die solche Fragen stellen. Seine Antwort lautete: Die Zeit sei eine Eigenschaft des von Gott geschaffenen Universums und habe vor dessen Beginn nicht existiert.2

Den letzten Satz kann man auch umformulieren, um einem anderen Mysterium auf den Grund zu gehen:

Das Bewusstsein ist eine Eigenschaft des von Gott geschaffenen Universums und hat vor dessen Beginn nicht existiert.

Dem »Bewusstsein« haftet damit etwas Heiliges an. Diese Ansicht war und ist immer noch weit verbreitet. Oft wurden und werden die Begriffe »Bewusstsein« und »Seele« in dieser Diskussion (soweit Glaubensansichten überhaupt zur Diskussion gestellt werden) fahrlässig oder gar nicht differenziert, zuweilen synonym verwendet.

Das Universum in uns

Transcendence ist in diesem Sinne – so möchte ich argumentieren – ein geradezu religiöser Film, der sich um ein Thema dreht, das auch Stephen Hawking in seinem Klassiker behandelt. Es geht um die Singularität. In einem Nachruf zu Hawking erklärt der Astronom und Blogger Florian Freistetter das Phänomen:

Wenn zum Beispiel ein Stern am Ende seines Lebens unter seinem eigenen Gewicht kollabiert, dann sagt die Relativitätstheorie, dass der Stern immer kleiner und immer dichter wird. Die Raumzeit um ihn herum wird immer stärker gekrümmt – bis die Krümmung der Raumzeit und die Dichte des Sterns irgendwann unendlich groß und seine Ausdehnung unendlich klein ist. So einen Zustand in dem physikalische Größen unendlich werden, nennt man »Singularität«. […] Stephen Hawking hat bewiesen, dass das Universum mit einer Singularität begonnen haben muss […].

Florian Freistetter, in: Stephen Hawking, die Singularitäten und der Anfang des Universums (März 2018)

Stephen Hawking richtet den Blick nach außen und zum Ursprung. Der Film Transcendence hingegen handelt vom »Universum in uns«, dem Blick nach Innen und in die Zukunft. Thema ist das menschliche Bewusstsein und was passiert, wenn dieses unendlich groß wird. Annie Marter, die das Drehbuch zu Transcendence gepitcht und die Produktion initiiert hat, erklärt:

Technologische Singularität ist die Idee, dass Menschheit und Technologie sich vereinigen. Manche Menschen nehmen an, dass es eine Folge der Evolution ist – dass in der Verbindung von Mensch und Technologie eine natürliche Notwendigkeit liegt. Ich meine, wir haben sie entwickelt, sie kreiert… es scheint nicht so weit hergeholt, wie es sich möglicherweise anhört.

Annie Marter via Trailer Addict (2014)

Persönlicher Kontext

Ich bin einer dieser Menschen, die annehmen, dass all unsere »technologischen Errungenschaften« fortwährende Stufen der Evolution sind. Wenn ich überlege, wo meine vermeintlichen festen und freien Überzeugungen so herkommen, muss ich immer wieder an Chuck Palahniuk (Fight Club) und einen Satz aus seinem Buch Fratze / Invisible Monsters (1999) denken:

Nothing of me is original, I am the combined effort of everybody I’ve ever known.

Hier das Zitat als coole, kleine Projektarbeit, visualisiert für eine »Interconnected Studies class«:

Zu deutsch besagt der Ausspruch etwa: »Nichts an mir ist originell. Ich bin das Ergebnis der vereinten Anstrengungen aller, die mir je begegnet sind.« Also denn: Mir sind zuletzt Max Scheler, Helmuth Plessner und – wieder mal – Yuval Noah Harari begegnet. Dabei ging es um die Frage: Was ist der Mensch?

Die Evolution der zweiten Natur

Als eine mögliche Antwort möchte ich es als Quintessenz jüngster Lektüren so zusammenfassen: Es gab einen Menschenaffen, bei dem es vor rund 70.000 Jahren infolge evolutionärer Mutation zu einer kleinen Verschiebung im Gehirn kam. Sie befähigte ihn – nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe der Zeit – zur Verwendung von Sprache und Symbolen. Diese Tools benutzen wir unter anderem, um unsere Mängel in Sachen naturgegebener Ausstattung auszugleichen. Wir erschaffen uns eine »zweite Natur« (Plessner). Diese zweite Natur ist die Kultur.

Kultur ist demnach alles, was aus unserer Befähigung zu Sprach- und Symbolgebrauch hervorgeht. Dazu gehört auch die Technologie, mit der wir inzwischen daran arbeiten, das menschliche Gehirn künstlich zu rekonstruieren. (siehe etwa: das europäische Human Brain Project). Geht man davon aus, dass das Gehirn der Sitz des Bewusstsein ist, laufen diese Bestrebungen auf das Ziel hinaus, ein künstliches Bewusstsein zu erschaffen, das außerhalb eines von der (ersten) Natur gegebenen Menschen-Gehirns wirken kann.

Die alltäglichen Wunder

Nun habe ich nicht einmal eine Ahnung davon, wie Glühbirnen so richtig funktionieren. Dieses alltägliche Wunder der Technik. Aber mit der gleichen Sicherheit, mit der ich solche Errungenschaften (Glühbirnen, USB-Sticks, Smartphones) nutze, gehe ich davon aus, dass sich auch ein Bewusstsein künstlich erschaffen lässt. Das Internet in seiner komplexen Gänze erscheint mir längst wie ein rasant wachsendes Weltbewusstsein, das bereits als technologisches Pendant zum Menschengehirn gesehen werden kann.

Und siehe da, eine entsprechend große Rolle spielt das Internet in Transcendence. Die Filmidee eines künstlichen, übertragenen oder hochgeladenen Bewusstseins ist indes ebenso wenig originell, wie all meine Gedanken dazu. Es handelt sich um eine populäre Science-Fiction-Idee, die auch in Serien wie Black Mirror oder Blockbustern wie The Return of the First Avenger (2014) vorkommt. Und doch spielt der Film Transcendence die Idee auf bemerkenswert tiefgreifende Art und Weise durch.

Hier der Trailer zum Film Transcendence:

Close-up: Transcendence im Fokus

Erster Eindruck | zum Auftakt des Films

Zu Beginn von Transcendence ist das World Wide Web abgeschaltet. (Mutti hat das Internet gelöscht – endlich.) Die Menschen leben in den verwilderten Straßen ihrer Großstädte und benutzen Technik-Zeugs wie Tastaturen bestenfalls noch als Türstopper. Smartphones liegen achtlos herum, die Bevölkerung muss ohne sie auskommen.

Eigentlich ein sehr interessantes Setting, in dem man eine spannende Geschichte erzählen könnte.

Martin Schwickert (epd film)

Nach diesem postapokalyptischen Prolog – von dem wir noch nicht so recht wissen, ob die enttechnisierte Welt nun etwas Gutes oder Schelchtes ist – wird die Zeit zurückgedreht. Es folgt das, was Filmkritiker Martin Schwickert nicht als »spannende Geschichte« empfindet. Er geht damit d’accord mit den meisten kritischen Stimmen zu Transcendence, der schon an den Kinokassen floppte. Die Umsetzung der Grundidee dieses Films – ein menschliches Gehirn wird ins Internet übertragen und strebt von dort aus, je nach Filmverständnis, die Weltherrschaft an – stößt auf wenig Zuspruch bei filmkundigen Zuschauer*innen. Schwickert wieder:

Natürlich bedient der Zukunftsentwurf mit der Übernahme des menschlichen Geistes durch einen allmächtigen Superserver eine klassische Angstphantasie der technologieverliebten Gesellschaft. Aber Pfister hat sein eigenes Szenario zu wenig im Griff und verfranzt sich […] in immer neue Steigerungsformen der viel versprechenden Grundidee.

Bleibender Eindruck | zur Wirkung des Films

Die Steigerungsformen kommen auch dem YouTube-Filmkritiker Robert Hofmann als »abstrus« vor. Sein amerikanischer Kollege Chris Stuckmann nennt Transcendence sogar einen »der enttäuschendsten« Filme seit Monaten: keine Emotionen, viel zu flache Charaktere. Es stimmt zum Teil. Schauspielgrößen wie Morgan Freeman und Cilian Murphy sind in Transcendence völlig unterfordert.

In den YouTube-Kommentarspalten spiegelt sich allerdings wieder, wie streitbar dieser Film dann doch ist. Denn dort wird – was unter Filmkritiker*innen oft zu kurz gerät – die Idee diskutiert, die Transcendence zugrunde liegt. Ist das, was Johnny Depps Figur als ins Internet übertragenes Bewusstsein unternimmt, erstens realistisch und zweitens gut oder böse?

Ich habe das Gefühl, dass du [Chris] die Absicht dieses Films verfehlt hast. Das Ziel [der Super-Intelligenz] war nie, die Menschheit zu zerstören. Sie wollte deren Wachstum und das der Erde beschleunigen. Alles, was sie tat, geschah mit guten Intentionen – allein einige Handlungen waren fragwürdig. Und die Menschheit bekam Angst vor dieser Sache, die sie nicht völlig nachvollziehen konnte. Ich verstehe deine Frustration mit dem Film, denke allerdings, dass es vor allem an falschen Erwartungen liegt.

Nathan Schaefer via YouTube-Kommentar

Gedanken zum Ende

Chris Stuckmann empört sich tatsächlich darüber, dass in dem Film Transcendence zu wenig passiere. Quasi gar nichts, sobald einmal die Idee von der Übertragung des Bewusstseins in die Tat umgesetzt ist.

Da ist nicht eine einzige interessante Sache, die passiert. [Die Super-Intelligenz] tut gar nichts – sie überweist ihrer Ehefrau eine Menge Geld, sie probiert verschiedene Wege, diverse Krankheiten zu heilen und ein Art eigenes Imperium aufzubauen; aber nichts davon ist interessant!

Chris Stuckmann

Das Problem ist wohl eher das Desinteresse am Erzählten als die Erzählung selbst. Stuckmann ärgert sich, dass die Handlung »ohne Emotionen« erzählt sei – wobei eine Pointe dieses Films ist, dass Emotionen als in Algorithmen übersetzbare Biochemie entzaubert werden können. Wir Menschen hingegen neigen eher dazu, Emotionen aus langjähriger Tradition heraus heilig sprechen. Unser Alleinstellungsmerkmal. 

Dass die Super-Intelligenz Geld an Evelyn Caster (stark gespielt von Rebecca Hall) überweist, hat nichts mit der Anhäufung von Reichtum zu tun. Es ist der logische Schritt, um in einer Kapitalgesellschaft Güter in Bewegung zu setzen. Und das »Imperium«, das aus diesen Gütern entsteht, dient dem einzigen Zweck, das Leben (nicht mehr nur das menschliche Leben) zu höheren Zielen zu befähigen. Krankheiten werden geheilt, Möglichkeiten zur Regeneration ausgeweitet, die Effizienz in der Entwicklung technologischer Errungenschaften auf Maximum gedreht. Es ist all das, woran die Menschen heute schon arbeiten – nur logisch weitergedacht. Andere klassische Filmbösewichte begnügen sich in der Regel mit der Weltherrschaft um der Weltherrschaft willen.

Die Auflösung des Individuums

Einziger (gewaltiger) Wermutstropfen ist, dass dabei das Individuum auf der Strecke bleibt. Selbst jener Dr. Caster, dessen Bewusstsein ins Internet hochgeladen wird, ist ab dem Moment nicht mehr das, was er als menschliches Subjekt war. Sein menschliches Sein ist nur noch ein Bruchteil des durch den Bewusstseins-Upload mobil gemachten Weltbewusstsein. Deshalb würde ich Transcendence auch nicht als »Machtübernahme« eines einzelnen (natürlich amerikanischen, weißen) Mannes betrachten. Dieser hört zu sein auf, in dem Moment, da sein Bewusstsein (also die Fähigkeit, Sprache und Symbole zur Erschaffung einer zweiten Natur anzuwenden) Zugriff erhält auf die digitalen Daten dieser Welt.

Wir wissen nicht, wohin dieses eine, universale Bewusstsein hingeführt hätte. Denn den vielen, kleinen Bewusstseinseinheiten in den engstirnigen Schädeln der Menschen gelingt es am Ende des Films, die Super-Intelligenz mit Waffengewalt niederzustrecken. Zu guter Letzt wird das Internet abgeschaltet und yaaay, die Menschen haben sich ihre Menschlichkeit erhalten. Der Film lässt mich mit dem seltsamen Gefühl zurück, dass dieses Ende als Happy End gemeint ist.

Das Mittelalter als Happy End

Das ist in etwa so, als würde man das finstere Mittelalter als Happy End der Geschichte darstellen wollen. Ist es nicht unsinnig, die technologische Evolution derart auszubremsen? Inzwischen spreche ich täglich mit meinem Smartphone und bin froh um die Tools, die Gesprochenes in Text verwandeln und mir Text wiederum vorlesen. So habe ich auf einer Autofahrt die Gedanken Goethes im Ohr und kann dazu via Sprachnotiz eigene Gedanken festhalten. 

Nicht selten wünsche ich mir, ich könnte die Technik einfach mit meinen Gedanken steuern und auch die Gedanken anderer unmittelbar mitverfolgen.

Heute sind wir stolz darauf, im Smart Home das Licht anzumachen, ohne zum Schalter zu gehen. Wir können dabei auf der Couch liegen bleiben, welch grandioser Fortschritt! Doch wir müssen immer noch einen Finger krumm machen oder eben unsere Stimmbänder bemühen, um die smarte Technik zu bedienen. Mir erscheint es als das logische Ziel der eingeschlagenen Richtung technologischen Fortschritts, dass wir alles mit Gedanken steuern können. Und dass wir (man denke an die Alzheimer-Forschung) unser Gedächtnis sichern oder rekonstruieren können. Ob das jemals möglich sein wird?

Ich muss immer wieder an besagte Glühbirne denken, die ja zufällig auch Sinnbild für zündende Ideen (Gedanken) in unseren Köpfen ist. Vielleicht ein völlig fehlleitender Vergleich. Trotzdem kann und will ich die starke Überzeugung gar nicht abschütteln, dass es möglich sein wird, Gedanken zu lesen und Gedächtnis zu speichern und (dann auch) zu erweitern. Früher oder später läuft es darauf hinaus, dass das menschliche Bewusstsein als geschlossene Einheit aus dem Affenschädel befreit wird und sich mit anderen Subjekten vermischt.

Gott im Gemetzel

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich empfand Transcendence als hochinteressanten Film mit ernüchterndem Ende. Für mich war die Super-Intelligenz hier »die Gute« und die Menschen »die Bösen« – oder (um das binäre System von gut/böse außen vorzulassen): Die Menschen treten in Transcendence am Ende vereint als »die Rückwärtsgewandten« auf, was ich ziemlich blöde fand. Mag sein, dass ich den Film damit falsch verstanden habe. 

Es ist seltsam: Der Mensch sah in sich lange ein »Ebenbild Gottes«. Heutzutage zielt unsere Forschung ganz selbstverständlich darauf ab, alle einst göttlichen Eigenschaft dem Menschen zu übertragen – wir verlängern unsere Lebensspanne (wenn möglich bis ins Unsterbliche) und vergrößern unsere Macht (wenn möglich bis zur Allmächtigkeit). Kaum geht aber (aus uns!) ein unsterbliches und allmächtiges – und damit näherhin göttliches – Wesen hervor, metzeln die Menschen diesen Gott nieder. Und die Moral von der Geschicht‘: Hä?

Fazit zu Transcendence

Zu wenig emotionale Wucht kann man dem Film vorwerfen, zu wenig Handlung eher nicht: Ganz objektiv passiert in Transcendence eine ganze Menge. Die Erwartungshaltung »Thriller« kann trotzdem enttäuschen – stattdessen sollte man sich eher auf ein Psycho-Drama zwischen Mensch und Maschine einstellen. 

Fußnoten

  1. Hawking, Stephen (1988): Eine kurze Geschichte der Zeit. Rowohlt Verlag, Hamburg · S. 15
  2. ebd. · S. 22

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