Cinemathek

BAD SAMARITAN – Im Visier des Killers | Film 2018 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2018 um 11:55

Sein Regie-Debüt Geostorm (2017) wurde von der Kritik weitgehend zerrissen. Nun legt der amerikanische Eigentlich-Alleskönner Dean Devlin – seinerseits Drehbuchautor, Produzent, TV-Regisseur und ehemaliger Schauspieler – nach und versucht sich ein zweites Mal an der Regie eines Kinofilms. Mit Bad Samaritan liefert einen düsteren Horrorthriller ab. Wie schneidet das Folgewerk in der Kritik ab?

Gastbeitrag von Markus Hurnik

Hinweis: Liebe Leser*innen, dieser Beitrag enthält keine Spoiler. Hier geht es zum deutschen Trailer von Bad Samaritan.

Raubzug wird zur Rettungsaktion

Ein Besuch beim Fantasy Filmfest im Hamburger Kino Savoy führte zu einer wahren Überraschung. Unabhängig von dem sehr schön ausgestatteten Kino, welches durch wunderbare komfortable Sitze und ein schönes 50er Jahre Ambiente glänzte, war Bad Samaritan ein spannender Film. Das Kino selbst wird übrigens von Herrn Flebbe betrieben, welcher auch den Zoo Palast in Berlin besitzt.

Standbild aus dem Film Bad Samaritan

Zum Inhalt: Der Film greift vom Feeling ein wenig auf den letztjährigen Erfolg Get Out (2017) zurück. Er handelt um zwei gute Freunde, welche in Ihrem eher unbedeutenden Job, einem Valet Parket Service, die betuchten Gäste des angeschlossenen Restaurants bestehlen. Das Schema ist denkbar simpel. Die beiden warten auf einen »lukrativen Gast« und fahren im Anschluss mit dem Fahrzeug des Gastes zu dessenHaus, um die Wertgegenstände an sich zu bringen.

Besonders gut: der Böse

Natürlich sucht an einem der Abende ein eher speziellerer Gast das Restaurant auf. Der angeschlossene Raubzug endet nicht nur erfolglos, sondern auch mit einer schrecklichen Entdeckung für den Protagonisten Sean (Robert Sheehan). Im Anschluss folgt ein Feuerwerk der Ereignisse. Identitätsdiebstahl, Rachegelüste, falsche Fährten und Todesfälle sind die Folge. Dabei wird ein gutes Tempo vorgelegt.

Filmtipp: Der Plot erinnert an den grandios Genre-Streifen Don’t Breathe (2016) des Evil-Dead-Regisseurs Fede Alvarez.

Die Darsteller*innen in Bad Samaritan wissen zu überzeugen und liefern eine solide Leistung ab. Besonders hervorzuheben ist aber der Bösewicht David Tennant (Mary Queen of Scots, Crew). Er funktioniert als Bösewicht immer noch ausgezeichnet. Er spielt einen superreichen Soziopathen. So glänzte er bereits in Bösewichtsrollen in Jessica Jones. Aber natürlich auch als Doktor in Doctor Who.

Solider B-Movie

Leider sind manche Momente zu vorhersehbar oder glänzen durch das typische »so dämlich« Handeln die Protagonisten jetzt nicht wirklich, aber hier finden sich noch deutlich extremere negativ Beispiele auf dem Filmmarkt. Das Ende wiederum überrascht zumindest ein wenig, mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um Euch die Vorfreude auf den Film nicht zu nehmen.

Der Film ist sicher kein Meisterwerk, aber sowohl die Handlung als auch der Cast liefern solide ab für ein B-Movie. Längen sind keine zu verzeichnen und man hat jederzeit eine wunderbare Spannungskurve, welche einen bis zum Schluss nicht enttäuscht. Der Film hatte im Box Office überraschenderweise keinerlei Erfolg. Er setzte weltweit knappe 5 Millionen um. Auch sind die meisten Kritiken durchwachsen – hier beispielsweise ein Zerriss von Peter Bradshaw (The Guardian).

Persönliches Fazit zu Bad Samaritan

Ich persönlich spreche eine klare Empfehlung aus. Wer sich letztes Jahr bei Get Out wohlgefühlt hat, wird sich auch hier wiederfinden. Natürlich hat der Film keine große politische Message, aber das braucht er nicht. Er funktioniert als Thriller und macht viel Freude. Auch die Handlung wirkt nicht abgehoben und durchaus nachvollziehbar, was man bei Get Out manchmal in Frage stellen kann.

Zum Autor

Markus Hurnik (28) ist langjähriger Berliner und Vorortbewohner, den es beruflich zunehmend in sächsische Gefilde verschlägt. Er hat bereits für die Verlagsgruppe Randomhouse Jugendbücher rezensiert. Anfang der 2000er kam er dann vermehrt ins Kino und wurde filmabhängig. Studiert hat Hurnik indes etwas vollkommen Kunstfernes, vis-à-vis der Filmstudios Babelsberg.

Weitere Gastbeiträge von Markus Hurnik:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.