Cinemathek

FORREST GUMP aus Jennys Perspektive | Film 1994 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 13. Februar 2019 um 13:53

Lauf, Forrest, Lauf! Das Leben ist ne Tafel Schokolade und dumm ist nur, wer Dummes tut. Einen Shrimps-Kutter kaufen, das gehört nicht dazu und Rasenmähen schonmal gar nicht, Mann, wir lieben dich für deine Einfachheit. Doch so einfach ist es nicht. Denn wann immer love interest Jenny die Wege unseres Helden kreuzt, erhitzen sich an dem Film Forrest Gump die Gemüter. Richten wir den Fokus mal auf die weibliche Hauptfigur.

Jenny und der dumme Junge

Bei manchen Filmen ist die Sympathie-Lage nicht so ganz klar: In Karate Kid (1984) fiebert man eigentlich für, na ja, das Karate Kid mit. Allein How-I-met-your-mother-Legende Barney Stinson feierte seiner Auslegung des Klassikers nach Karate Kids Widersacher, den bösen Johnny. Bei Harry Potter sollte man meinen, alle Herzen flögen Harry und seinen Freunden zu. Doch kürzlich sah ich den Kurzfilm The Interviewer über ein Vorstellungsgespräch, das von einem jungen Mann mit Downsyndrom geführt wird – und eben dieser junge Mann begeisterte sich für Voldemort. Bis dato habe ich allerdings noch keinen Menschen über Forrest Gump sagen hören: Also ich bin im Team Jenny.

Gerade im Kontrast zu dem ultimativen Gutmenschen Forrest zieht eine Frau wie Jenny, die ihn scheinbar nur ablehnt und ausnutzt und ablehnt und ausnutzt, einige Antipathien auf sich. Zu recht? Betrachten wir Forrest Gump mal durch Jennys Brille (ja, sie trägt keine, aber sinnbildlich, IN-SO-DUMM).

Hinweis: Liebe Leser*innen, hier fliegen euch mehr Spoiler um die Ohren, als der gute Bubba Shrimps-Sorten aufzählen kann. Also lieber erst den Film schauen, dann nochmal vorbeikommen. Hier geht’s zu legalen Streaming-Angeboten von Forrest Gump.

Jenny und Forrest sitzen auf einem Baum, Standbild aus dem Film Forrest Gump. | Bild: Paramount Pictures
Große Karos, großer Verstand, kleine Karos, kleiner Verstand – die Bildsprache in Forrest Gump könnte nicht deutlicher sein. | Bild: Paramount Pictures

Totale: Forrest Gump im Zusammenhang

Historischer Kontext

Forrest Gump erzählt nicht nur die Geschichte seiner Hauptfigur (gespielt von Haley Joel Osmet und Tom Hanks), sondern auch die Zeitgeschichte, mit der diese Hauptfigur immer wieder interagiert. Forrest lernt Elvis Presley, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon kennen. Er leistet seinen Beitrag zur Watergate-Affäre und bringt John Lennon auf die Idee für den Song Imagine. All das und vieles mehr, worüber Etliches geschrieben worden ist.

Bemerkenswert wäre noch, wie sehr Forrest Gump die Zeit- und Kinogeschichte noch über Kinostart und Filmende hinaus beeinflusst, bis heute. Zwei Jahre, nachdem Forrest Gump in die Lichtspielhäuser kam, wurde in Kalifornien die Restaurantkette Bubba Gump Shrimp Company gegründet. Sie trägt nicht nur den Namen sondern auch das Logo des Unternehmens aus dem Film und operiert inzwischen weltweit, mit 44 Niederlassungen (Stand Sommer 2018). In einer davon arbeitete im Jahr 2000 ein junger Mann als Kellner, der von seiner Kundin – der kanadischen Schauspielerin Rae Dawn Chong – eine Rolle in deren Regie-Debüt bekam. So wurde der Schauspieler Chris Pratt entdeckt, der in diesem Jahr als Leinwandheld gegen Dinos kämpft, in Jurassic World: Das gefallene Königreich.

Und vor kurzem erst, da hat der britische Marathon-Läufer Rob Pope einen Weltrekord aufgestellt, in dem er die berühmte Jogging-Strecke aus dem dritten Akt von Forrest Gump ablief: 422 Tage lang, 24.140 Kilometer, rund 24 Millionen Schritte. Dabei sammelte er Spenden in Höhe von knapp 37.000 Euro für wohltätige Zwecke ein. Frei nach Forrest Gump: Gut ist nur, wer Gutes tut.

Diese Filmkritik gibt’s auch als Video, gleich hier:

Persönlicher Kontext

Forrest Gump flog als VHS-Kassette bei uns rum, als aus dem Free-TV aufgenommene, illegale Raubkopie der 90er Jahre, und zog schon früh meine Aufmerksamkeit auf sich. Meine Mama hat immer gesagt, diese Kassette sei wie eine Schachtel Streichhölzer. Man wisse nicht, ob sie funktioniert. Tatsächlich kann ich mich nicht an das erste Mal erinnern, bei dem ich Forrest Gump in einem Rutsch ohne Störung und Unterbrechung durchgeschaut habe. Ich war jedenfalls noch zu jung, um die meisten der Anspielungen, Referenzen und zeitgeschichtlichen Ereignisse zu verstehen. Inzwischen habe ich den Film zig Mal gesehen und entdecke immer noch neue Details darin. Eine seltene Schönheit: Forrest Gump ist absolut gefälliges Mainstream-Kino und Crowdpleaser und trotzdem ein vielschichtiger, durchdachter, detailverliebter Film – ähnlich wie Titanic (1997).

Vorbei sind die Zeiten der 90er Jahre VHS – inzwischen gibt’s Forrest Gump natürlich auch als Bluray:

Close-up: Forrest Gump im Fokus

Erster Eindruck | zum Inhalt des Films

Kurz vor Filmbeginn, nehme ich an, ist ein Vogel in eine Flugzeugturbine geraten. So oder ähnlich kommt es, dass eine Feder von hoch oben vom Himmel auf die Erde niedersegelt. Begleitet wird sie von der Kamera und einer Klaviermelodie, von der ich öfter einen Ohrwurm habe, als von Kanye Wests Gold Digger (von dem es als white dude echt nicht so cool ist, munter mitzurappen, weshalb ich tatsächlich lieber das Forrest Gump Theme von Alan Silvestri vor mir herpfeife…). Mal reinhören? Hier:

Die Feder landet vor den Füßen eines geistig beschränkten Mannes auf einer Parkbank. Einer dieser Typen, die wenn man sich zufällig neben sie setzt, prompt und ungefragt ihr Leben erzählen:

Hallo. Mein Name ist Forrest, Forrest Gump.

Jenny als Mädchen

Der spektakuläre Werdegang des guten alten Forrest Gump ist ja hinlänglich bekannt. Springen wir direkt zu Jenny, Jenny Gump geb. Curran (gespielt von Hanna R. Hall und später von Robin Wright). Der junge Forrest lernt sie in einer Rückblende im Schulbus kennen, in Filmminute 13 (von 135), als »die süßeste Stimme der ganzen Welt« sagt:

Wenn du willst, kannst du hier sitzen. | Jenny

Es braucht nicht viel kindlichen Smalltalk, ehe Jenny ihren Sitznachbarn fragt, ober er dumm sei oder sowas? Jenny ist es offenbar nicht. Aber Jenny ist ein Kind. Sie sieht Forrest nicht mit den Augen der Erwachsenen, die direkt die ganze Chancenlosigkeit im Leben des dummen Jungen antizipieren und ihn deshalb abschreiben oder umso hartnäckiger voranbringen wollen (wie seine Mutter). Jenny lebt im Hier und Jetzt und da hat sie eben diesen einen Schulfreund, der ein bisschen dumm ist und gehänselt wird, aber schnell laufen kann.

Im Hier und Jetzt ist es auch, da Jenny misshandelt wird, von ihrem alkoholkranken Vater. Ein »sehr liebevoller Mann«, wie der naive Forrest es aus dem Off beschreibt. Dauernd habe der Vater Jenny und ihre Schwestern gestreichelt und geküsst. Mehr erfahren wir nicht, können aber unsererseits, als erwachsene Menschen, direkt antizipieren, welche Tragweite solch ein Kindesmissbrauch für Jennys ganzes Leben haben mag. [Mehr dazu in der Kommentarspalte, von Karl-Heinz Kahnt]

In der Videokritik zum Film (auf YouTube verfügbar) bezeichne ich das »Streicheln und Küssen« als verharmlosende Wortwahl des Erzählers, also von Forrest. Dazu kommentiert Mazy Lanes in Ark:

Mit Verharmlosung oder seichter Wortwahl hat das nichts zu tun. Diese naive bis dumme Haltung der Hauptfigur zu ernsten Themen gehört zum erzählerischen Kniff der Story, bzw. macht deren Reiz aus. Denn wir, die besser wissenden Zuschauer, erleben die schlimmen Schicksale der Nebenfiguren – unter anderem Jennys – durch die Augen eines einfältigen Tors, wodurch diese tragischen (Neben-)Geschichten komisch gebrochen werden. Diese Art des Erzählens geht vor allem auf den Schelmenroman Der abenteuerliche Simplicissimus von Grimmelshausen zurück, weshalb Forrest Gump im Feuilleton des öfteren auch als »moderner Simplicissimus« bezeichnet wird. [Oder auch »amerikanischer Simplicissimus«, siehe hier]

Mazy Lanes in Ark (YouTube)
Jenny als Studentin

Doch für uns Außenstehende, die vielmehr Forrests Leben mitverfolgen, gerät das erstmal in Vergessenheit. Forrest rennt sich an die Spitze des College-Footballteams, neuer Lebensabschnitt. Jenny sehen wir erst als Studentin wieder, die im Auto mit ihrem Freund anbändelt, bis Forrest interveniert. Er attackiert den Freund, verscheucht ihn dadurch, bleibt mit Jenny allein zurück. Im Zimmer ihres Mädchen-Colleges sitzen sie gemeinsam auf der Bettkante und Jenny zieht vor Forrest ihren BH aus. Sie legt seine Hand auf ihre Brust. Jenny meint es nur gut, will ihrem Freund eine Erfahrung geben, die er noch nicht machen konnte. Forrest scheint es arg unangenehm zu sein – und dann wirkt es, als sei er gerade gekommen (in den Bademantel von Jennys Zimmergenossin, wie wir in der Pointe dieser Szene erfahren).

Der kurze, seltsame Moment ist verstrichen und Jenny zieht den BH wieder an, während Forrest um Fassung ringt. Forrest, der junge Mann auf dem geistigen Niveau eines Kindes. Dass diese Szene auch als Missbrauch gesehen werden kann, wird umso deutlicher, wenn man sich die Situation in umgekehrten Geschlechter-Verhältnissen vorstellt: Mit einem halbnackten Studenten, der die Hand seiner geistig beschränkten, verunsicherten Kommilitonin an seinen Körper legt.

Die inneren Kämpfe

In der Szene umarmt und küsst Jenny ihren debilen Freund noch, ist heiter und scheint ihr Verhalten nicht als möglicherweise missbräuchlich zu deuten. Doch klug, wie Jenny eben ist, dürfen wir davon ausgehen, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt darüber nachgedacht haben muss. Auch, dass sie sich durch ein solches Verhalten natürlich zum Gegenstand einer Obsession dieses jungen Mannes machen kann. Jenny aber, selbst Missbrauchsopfer, wird ihrerseits Schwierigkeiten damit haben, mit anderen Männern Nähe und mehr zu erleben (wie Jenny es, so die Vermutung, als Kind durch ihren Vater erfahren hat). Wir wissen wenig darüber, was in der jungen Frau vorgeht, welche inneren Kämpfe sie austrägt und sie schließlich auf die schiefe Bahn geraten lassen.

Bleibender Eindruck | zur Wirkung des Films

Forrest liebt Jenny. Das ist eine einfache Formel, die sich durch den Film zieht. Man mag sich darüber ärgern, weil Jenny ihm gegenüber doch so oft so abweisend ist. Doch was hat Forrest denn für Mädchen/Frauen in seinem Leben, von denen wir wüssten? Was wir wissen, ist das Jenny als Mädchen manchmal heimlich bei ihm übernachtete und ihn später als Studentin seine erste quasi-sexuelle Erfahrung hat machen lassen. Ihre langjährige Freundschaft hinzugenommen ist das mehr als genug, um seine hoffnungslose Liebe zu rechtfertigen. Danach landet Forrest in der Army, wo treudoofe Gefolgsamkeit das Leben leichter macht. Von Vietnam aus schreibt er Jenny unentwegt Briefe, ohne je eine Antwort zu bekommen.

Wen liebt Jenny? Die Männer, mit denen wir sie erleben, sind allesamt ziemlich ätzende Menschen. Als Zuschauer*in kommt man da schnell in die Versuchung, ihr zurufen zu wollen: Nimm Forrest, verdammt, entscheid dich für den herzensguten Gump!

Jennys Blickwinkel

Ich könnte mir vorstellen, dass Jenny als erwachsene Frau ihre Bedenken damit hätte, eine Liebesbeziehung mit einem Mann einzugehen, der im Geiste ein Kind ist und bleiben wird. Ein liebenswerter Junge, den emotional abhängig zu machen ein Leichtes ist. Würde man es Jenny nicht als Missbrauch oder wenigstens Ausnutzen vorwerfen, wenn sie sich mit Forrest einlassen würde?

Als sie es später tut, folgt der Vorwurf des Ausnutzens auf dem Fuße – weil Forrest inzwischen reich und Jenny krank ist und es ja inzwischen das Kind gibt, das Jenny jahrelang vor Forrest geheim gehalten hat. Aber wieder aus Jennys Perspektive gedacht: Wird sie nicht, selbst nach Forrests wiederholter Liebeserklärung und ihrem ersten gemeinsamen Mal, gedacht haben: Wie solle das gehen?

»Das Miststück aus der Hölle«

Ob sie sich nun Sorgen über »die Leute« machte, die sich ihr Urteil über die Frau und ihren beschränkten Mann machen würden. Oder ob sie bei ihrem Verschwinden nach der Liebesnacht an Forrest gedacht hat, den sie nicht überfordern wollte, als Vater für ein Kind sorgen zu müssen, wo er doch selbst ein Kind ist. Oder ob Jenny eben durchweg nur an sich selbst gedacht hat und sich schlichtweg nicht abhängig machen wollte, auch nicht von ihrem nun millionenschweren, alten Schulfreund – wäre ihr das vorzuwerfen? Man steckt nicht in der Haut anderer Menschen, man kennt nicht deren ganzes Leben. In diesem Sinne, lasst Jenny in Ruhe.

Sophie Wing (One Room With A View) formuliert es am Ende einer lesenswerten Filmanalyse von Forrest Gump sehr treffend. Sie schreibt (übersetzt aus dem Englischen):

Die Dunkelheit wird uns nur angedeutet – Jennys sexueller Missbrauch als Kind, ihr Drogenkonsum, eine Reihe ausfälliger Freunde – aber obwohl das Publikum diese Dinge weiß, reflektiert der Film stets Forrests eigene Naivität. Sie liegt wie ein Schleier über dem Film. Obwohl das Wissen über die Dunkelheit da ist, lindert der optimistische Schleier all diese Fakten über Jenny und lassen sie weniger real erscheinen, als Jennys direkte und unmittelbare Interaktionen mit Forrest. Das Publikum adaptiert eine kindsgleiche Sichtweise von Schwarz und Weiß – Forrest ist gut, Jenny ist schlecht. Selbst diejenigen Zuschauer*innen, die eigentlich mit ihr sympathisieren würden, werden so hineingestrickst in die standfeste Meinung, dass Jenny ein Miststück aus der Hölle ist.

Fazit zu Forrest Gump

Viele interessante Figuren begleiten Forrest Gump durch den Film, von der Mutter und Bubba über Lt. Dan und eben Jenny. Wer Forrest Gump schon einige Male gesehen hat, mag es interessant finden, mal den Perspektivwechsel zu wagen. Wie erleben diese Randfiguren, gedanklich in den Mittelpunkt gestellt, Forrest Gump als Mitmenschen, Wegbegleiter, Lebensabschnitts-Partner? Dadurch bekommt man ein Gefühl dafür, dass nicht nur die zeitgeschichtlichen Ereignisse im Laufe des Films von großer (historischer) Bedeutung sind, sondern auch die menschlichen Begegnungen, hinter denen je ganzheitliche Individuen stehen. Eine Filmübung, die man aufs eigene Leben übertragen kann, in dem man sich jeden Tag, jede Stunde selbst als Hauptfigur erlebt. Was ist mit den anderen Figuren, ringsum, welche Pralinen hat ihnen das Leben gegeben? Wie könnten sie schmecken? Süß, zartbitter oder mit einer harten Nuss in der Mitte?

Ein Film, den ich so oft gesehen habe und wiedersehen möchte, weil er mich mal in diese, mal jene Richtung zum Grübeln einlädt, ein solcher Film mag mir mal mehr, mal weniger gefallen. Aber es ist ohne Frage ein großartiger Film, der mehr als nur eine Geschichte erzählt, die man auf mehr als nur eine Art auslegen kann.


Weblink:
  • Sehr witzig: Lindy West (Jezebel) hat ihren Gedankenstrom zu dem Film Forrest Gump live während einer wiederholten Sichtung notiert. Das Ergebnis ist ziemlich amüsant!
  • Sehr romantisch fanden wir die Idee, wie Jenny und Forrest unter freiem Himmel und im Grünen zu heiraten. Mehr dazu im Beitrag zu unserer freien Trauung im Sommer 2018.

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Karl-Heinz Kahnt sagt:

    Hallo David,

    ich finde deinen Kommentar recht angenehm, wenngleich ich dir nicht darin zustimme, dass Jenny zwangsläufig als Miststück aus der Hölle gesehen wird. Im Gegenteil: Auch wenn mir „unverständlich“ bleibt, dass sie mit Forrest nicht zusammenkommt – außer eben zum Schluß -, scheint mir der Film geradezu genial aufgebaut (Ich wüsste da viele einzelne Szenen.).

    Mir geht es dabei wie dir: Bei jedem Neuanschauen ist auch immer wieder etwas zu entdecken.

    Aber ich verstehe durchaus, dass in unserer heutigen Schwarz-Weiß-Welt, so ein Film für manchen ziemlich verstörend wirkt. So reklamiert bei Wikipedia einer doch tatsächlich, dass Forrests Äußerung: „Ihr Daddy war so etwas wie ein Farmer. Er war ein liebevoller Mann. Dauernd hat er sie und ihre Schwestern gestreichelt – und geküsst.“, den Missbrauch Jennys verharmlosen würde – während ich gerade diese Darstellung hervorragend finde. Sie zeigt den Vater eben nicht als harmlos, sondern in geradezu erschreckender Weise wie NORMAL Missbrauch seinerzeit war.

    Auch die Ahnlehnung an Das Leben des Brian – als nämlich der ganze Tross Forrest in seinem Lauf folgt und dieser ihn plötzlich und ohne ersichtlichen Grund beendet (Die Frage seiner „Fans“: Und was wird nun aus uns?) – ist einfach genial. Brain: „Ich bin nicht der Messias!“ – und sein Anhänger: „Oh, doch. Ich weiss das! Ich bin schon vielen gefolgt …“ – offenbart auf wunderbare Weise, das ganze Dilemma hirnloser Gefolgschaft.

    Jedenfalls Dankeschön für deinen Kommentar.

    Mit freundlichem Gruß

    Karl-Heinz

    1. Hey Karl-Heinz,

      danke für deinen Kommentar – das sind echt ein paar bereichernde Beobachtungen, die du da machst! Es stimmt, die im Beitrag postulierte »allgemeine Anti-Haltung« gegen Jenny habe ich, rückblickend, auch nur aufgrund eines vagen Vibes bei der Internet-Recherche als gegeben angenommen; das sollte ich nochmal mit Beispielen unterfüttern oder eben »entschärfen«. In jedem Fall bleibt’s wohl ein sehenswerter Film, der auch Jahrzehnte später noch Diskussionsstoff liefert.

      Herzliche Grüße – und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
      David

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