Diverses

Leib und Werk, was bleibt, was stärkt. | Gedanken im Stimmungstief

Zuletzt aktualisiert am 2. Dezember 2018 um 19:33

Heute ist ein schwarzer Tag. Wenn ich einen Launekalender führen würde, bekäme er einen schwarzen Punkt. Obwohl es nicht einmal meine Laune ist, die ist okay, mittelmäßig, aber das Gefühl – das allgemeine Wohlbefinden – ist erschüttert. Vermeintlich grundlos, weil doch nichts Schlimmes passiert ist. Wie immer sind es Kleinigkeiten, die sich summieren. Oder subtrahieren? Ins Stimmungstief.

Sinnlos vertrödelter Abend, unnötig spät ins Bett, ungemütlich früh raus, unmotiviert ins Büro. In den Mails eine Absage, via Facebook ein kritisches Feedback, eine andere, ersehnte Rückmeldung lässt auf sich warten. Morgen viel Arbeit wegen eines Projekts, für das ich nicht brenne. Außerdem fresse ich im Viertelstundentakt Schokoriegel. Wer hat die hier eigentlich abgelegt!?

Ein Sonnenuntergang als Bild zum Text: Leib & Werk | Gedanken im Stimmungstief

Mittelmaß trifft Schaffensdrang

Die Mischung macht’s, die Stimmung kippt, das Loch ist tief, das Licht weit weg. Der Körper ist schlapp und das Hirn gefangen im Körper. Dumm aber auch. So schlecht fühle ich mich selten. Zum Glück, denn an solchen Tagen möchte man alles in Frage stellen. Alles, was man bisher auf die Beine gestellt hat, all das, woran man aktuell arbeitet und was man so plant. Alles alles. Ich habe in den vergangen Jahren sehr viel Energie damit verpulvert, Filme zu drehen und Fotos zu machen und Sachen zu schreiben und kreativ zu rotieren. Mit dem Ergebnis stets an den eigenen Ansprüchen vorbei, die schon wesentlich niedriger sind, als die Ansprüche vom Rest der Welt. Doch so lange die Richtung stimmt… Richtung? Hä?

Raus dem Stimmungstief, zurück ins Hamsterrad

Meine Kunst ist »mediocre«, um es Immortan Joe aus Mad Max: Fury Road zu sagen. An Tagen wie diesen frage ich mich, wozu ich überhaupt »schaffen« will? Ich hätte die dahingeschiedene Dekade ebenso gut auf Taubenzucht oder Brettspielschnitzen verwenden können. Irgendein Hobby ohne den Wusel, Publikum, Geltungssucht. An anderen Tagen – erfahrungsgemäß morgen schon – denke ich nicht mehr darüber nach und mache einfach. Machen um des Machens willen. Machen um des Lebens willen. Das bloße Tun stärkt – und sei es nur für den, für jeden einzelnen Moment, meinen Draht zu dieser Welt und den Menschen, die sie bevölkern. Kann ja nur was Gutes sein.

The goal isn’t to live, the goal is to create something that will.

Das schrieb Chuck Palahniuk einst in Fight Club. Ein Buch, das mich 15-jährigen Leser während der Schulzeit restlos begeisterte. Heute ist der Enthusiasmus weg. The goal is to create something as long as you live. Or not. Nobody cares.


Nachtrag

3 Filme, die aus dem Stimmungstief helfen:

1 Film, der direkt wieder ins Stimmungstief führt:

  • Cargo (2018) mit Martin Freeman, trotzdem

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