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SUFFRAGETTE – Taten statt Worte | Film 2015 | Kritik

Zuletzt aktualisiert am 10. Januar 2019 um 16:29

Das britische Historiendrama Suffragette – Taten statt Worte (2015) mit Carey Mulligan in der Hauptrolle handelt, wie der Titel schon verrät, von den als »Suffragetten« bezeichneten Frauenrechtlerinnen Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Begriff leitet sich vom englischen suffrage (Wahlrecht) ab. Und genau darum geht’s in diesem Film: Das Recht darauf, dass die eigene Stimme gehört wird.

Carey Mulligan, Helena Bonham Carter und Meryl Streep in dem Film »Suffragette – Taten statt Worte«

Wer von euch ohne Rechte ist…

Zum Inhalt von Suffragette – Taten statt Worte: London, 1912. Die 24-jährige Maud Watts (Carey Mulligan) schuftet als eine von vielen Wäscherinnen für einen Firmenchef, der nicht davor zurückschreckt seine Untergebenen nicht nur auszubeuten, sondern auch sexuell zu belästigen. Daheim lebt Maud in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Mann Sonny (Ben Whishaw) und ihrem gemeinsam Sohn. Nachdem sie eines Tages in die Protestaktion einiger Suffragetten gerät – die Frauen werfen Steine in Schaufenster, ehe sie selbst niedergeknüppelt werden – fasst Maud Vertrauen zu ihrer Arbeitskollegin Violet (Anne-Marie Duff), die an dieser Aktion beteiligt war, ins Vertrauen gezogen. Über sie gelangt Maud in diese Kreise derjenigen, die es statthaben, auf friedliche Weise für Gerechtigkeit zu kämpfen.

…die werfe den ersten Stein

Neben Carey Mulligan in der Hauptrolle finden sich auch in den hinteren Reihen des Casts von Suffragette – Taten statt Worte einige Schauspielgrößen, die hellhörig machen. Mit dabei sind nicht nur Helena Bonham Carter als Frauenrechts-Kämpferin Edith Ellyn und Brendan Gleeson in der Rolle des Gegenspielers auf Seiten der Behörden, sondern auch Meryl Streep (Manhattan) als Emmeline Pankhurst. Letztere basiert auf der gleichnamigen historischen Persönlichkeit – hier zu sehen bei einer ihrer vielen Verhaftungen.

Emmeline Pankhurst bei ihrer Festnahme
Quelle: http://media.iwm.org.uk/iwm/mediaLib//8/media-8597/large.jpg  | Bild Q 81486 aus der Sammlung des IWM

Auch jene Edith, die von Helena Bonham Carter verkörpert wird, ist einer echten Person nachempfunden. Und zwar Edith Garrud, einer Suffragette und Jiu-Jitsu-Trainerin, die Emmeline Pankhursts Leibwache ausbildete. Auf Anregung der Schauspielerin Helena Bonham Carter wurde ihre Rolle in Edith umbenannt, nachdem sie sich in Vorbereitung auf den Film von Garrud hat inspirieren lassen.

Fast dokumentarisch erzählt

Der Film Suffragette – Taten statt Worte, erzählt stringent und spannend die Geschichte weniger Einzelschicksale gen Ende der ersten Phase der Frauenbewegung. Begleitet werden die Figuren von einer fast dokumentarisch anmutenden Handkamera, die stets nah an den Protagonist*innen bleibt. Deren triste, scheinbar aussichtslose Situation wird von entsättigten Bildern und kalten Farben unterstrichen. Die Wut, die Verzweiflung werden nicht nur spürbar, sondern schwer erträglich – bis zum bitteren Ende.

Der Kritik von Sheila O’Malley, die Suffragette – Taten statt Worte einen zu engen Fokus vorwirft, womit zu viel Zeitgeschehen ausgeblendet werde, kann ich mich nicht anschließen. Hier werden, wie es auch Richard Brody gegen Roma (2018) tat, arg unpassende Ansprüche an ein Filmdrama erhoben. Mir persönlich hat die Nähe zur Protagonistin Maud einen intensiven, emotionalen Zugang zu dem Film beschert – wohlwissend, dass ich damit nur Ausschnitte eines größeren Bildes zu sehen bekomme.

Fazit zu Suffragette – Taten statt Worte

Über 106 Filmminuten geht die Hauptfigur Maud einen weiten Weg, entlang am Zeitgeschehen und in Begleitung starker Persönlichkeiten. Das macht Suffragette – Taten statt Worte zu einem so interessanten wie relevanten Film.

Wie wichtig trotz all der Taten doch auch Worte sind, zeigt das Drama in einigen stillen Momenten, da Maud in einem Buch liest, das in den Kreisen der Kämpferinnen die Runde macht. Träume heißt es, von Olive Schreiner.

THE LOST JOY

All day, where the sunlight played on the sea-shore, Life sat.

All day the soft wind played with her hair, and the young, young face looked out across the water. She was waiting – she was waiting; but she could not tell for what.

Olive Schreiner, in: Dreams (1890)

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