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Henneberger Wappen: VOM ADLER ZUR HENNE | Exposé

Zuletzt aktualisiert am 2. Dezember 2018 um 17:24

Folgendes Exposé ist in Vorbereitung einer Hausarbeit über das Henneberger Wappen an der FernUniversität Hagen entstanden, im Sommersemester 2017 für das Modul G2 – Kulturwissenschaftliche Grundlagen (Studiengang: B.A. Kulturwissenschaften). Begleitet wurde dieses Modul von einem Praxiskurs mit dem Titel »Einführung in die Heraldik«. Bei Heraldik handelt es sich um die Hilfswissenschaft der Wappenkunde. In diesem weit gefassten Bereich suchte ich mir mit dem Henneberger Wappen ein räumlich und zeitlich abgestecktes Thema. Dieses wurde, samt zugehörigem Exposé, von der betreuenden Professorin für gut befunden, womit ich in die Hausarbeit starten konnte. Ich teile das Exposé hier, damit es nicht völlig in der Versenkung verschwindet und in Aufbau und Umfang eventuell als grobe Hilfestellung dienen kann – allerdings ohne Anspruch auf Richtigkeit. Letztendlich muss jede Hausarbeit individuell mit der betreuenden Fachperson abgesprochen werden. 

Burg Henneberg und das Henneberger Wappen

Exposé

Arbeitstitel:

Vom Adler zur Henne

Welchen Einfluss nahm das Aufkommen redender Wappen auf den Wechsel des Wappentiers der Henneberger Grafschaft im frühen 13. Jahrhundert?

In dieser Hausarbeit soll es um Wappensymbolik gehen, und inwiefern sie das Potential zum Schriftersatz hat. Dazu wird als Beispiel das in der Heraldik viel besprochene Henneberger Wappen untersucht und die Wappensymbolik anhand dreier Kategorien vorgestellt, die sich wissenschaftlich etabliert haben. Diese Untersuchung stützt sich vor allem auf Literatur von Eckart Henning und Georg Scheibelreiter. Die Problemstellung fokussiert folgenden Sachverhalt:

Im 12. Jahrhundert zierte ein Adler das Wappen des Grafen von Henneberg. Er galt als Indiz dafür, dass die Grafschaft eine königliche war. Zum 13. Jahrhundert hin wurde der einfache Adler durch einen Doppeladler über einem Schachfeld ersetzt. Symbole, die als politische Aussage ausgelegt wurden, über des Grafen Nähe zu Kaiser und Reich, sowie als bildliche Anspielung, der zufolge das Schachfeld eine Mauer darstellte und den Grafen als Burggrafen auszeichnete. 1232 wich der Doppeladler erstmals einer Henne. Seither werden die Henneberger als populäres Beispiel für redende Wappen herangezogen, eine »Mode« der Wappensymbolik, die Anfang des 13. Jahrhunderts aufkam.

So lassen sich anhand des Henneberger Wappens besagte drei Kategorien der Wappensymbolik erläutern: politische, anspielende und redende Wappen. Eine solche Erläuterung soll im Hauptteil in drei entsprechenden Kapiteln vorgenommen werden, die sich dabei chronologisch an der Vorgeschichte der Grafschaft Henneberg orientieren – bis zur Übernahme des Hennenwappens durch Graf Poppo VII. Zum Abschluss des Hauptteils wird die Frage erörtert, welchen Einfluss das Aufkommen redender Wappen darauf nahm, dass ein seltenes Wappentier wie die Henne den Doppeladler ersetzen konnte.

Ob redende Wappen mehr noch als anspielende oder politische Symbole im Sinne eines Schriftersatzes gelesen, verstanden respektive missverstanden wurden, gilt es im zweiten Teil zu untersuchen – ebenfalls am Henneberger Wappen, um das sich einige Wappensagen ranken, die für den Wechsel vom Adler zur Henne so einfache wie irreführende Antworten liefern. Obwohl das Potential der Wappensymbolik als Schriftersatz letztendlich durchaus festgestellt werden kann, wird sich zeigen, dass für ein wirklichkeitsnahes »Lesen« der Wappen zahlreiche zeit-, orts- und personenabhängige Faktoren mit einbezogen werden müssen.

Vorläufige Gliederung der Arbeit

  1. Einleitung
  2. Der Henneberger Wappenwandel in drei Kategorien
    1. Politische Wappen
    2. Anspielende Wappen
    3. Die Henneberger Wappensagen
  3. Fazit

Vorläufiges Literaturverzeichnis

Brandt, Ahasver von: Heraldik. In: Werkzeug des Historikers (2007), S. 119-130.

Filip, Václav: Einführung in die Heraldik. Stuttgart 2011. (= Geschichte, Bd. 3)

Galbreath, Donald; Jéquier, Léon: Handbuch der Heraldik. Augsburg 1990.

Henning, Eckart: Die Veränderungen des Siegel- und Wappenbildes der Grafen von Henneberg vom XII.bis XVI. Jahrhundert. In: Neues Jahrbuch der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft »Adler«, Bd. 7 (1967/70), S.46-65.

Heß, Ulrich: Henneberg, Grafen von. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 8 (1969), S. 536-538.

Neubecker, Ottfried: Heraldik. Wappen – ihr Ursprung, Sinn und Wert. München 2002.

Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken. Regenstauf 2011.

Scheibelreiter, Georg: Namengebung und Genealogie im Mittelalter. Tradition und gesellschaftlicher Wandel. In: L’Identità genealogica earaldica (2000), S. 523-541.

Scheibelreiter, Georg: Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter. Grundsätzliche Überlegungen. In: Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung; Zeitschrift des Mediävistenverbandes 12.2(2007), S. 9-23.

Wagner, Heinrich: Zur Abstammung der Grafen von Henneberg von den Putelndorfern, Entwurf einer Genealogie der Grafen von Henneberg, in: Jahrbuch 1996 des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins, Bd. 11 (1996), S. 33-152.

Lesetipp: In einem weiteren Beitrag schreibe ich über die Vorteile und Nachteile eines Fernstudiums.

Nützliche Links zum Henneberger Wappen:

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