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Blog vom Bleiben Beiträge

Sinnsuche, ein Dialog

[Eine Sammlung von rund 35 untermittelbaren Antworten diverser Personen – Mittzwanziger bis Mittfünfziger aus Deutschland, Groß-Britannien, Russland, Serbien, Syrien – auf die Frage „Person XY, was ist der Sinn des Lebens?“, mit mehr oder weniger Gehalt – ich war so frei, die Grammatik halbwegs geradezubiegen, weil sich um eine ordentliche Sprache ja kein Fucker unserer sozialmedialen Spaßgesellschaft mehr schert. Ansonsten sind die Antworten unverändert aneinandergeknüpft – Übergänge dementsprechend zuweilen holprig. Aus Faulheitsgründen sind die englischen Antworten nicht übersetzt, aus Unfähigkeitsgründen nicht korrigiert worden (for reasons of incompetence the English answers are not corrected). Deal with it.] „Was ist der Sinn…

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Der Sinn, der Sinn, das windige Ding

Was ist der Sinn des Lebens? – ein Buch „Ratgeber“, das ist so ein Literaturgenre, mit dem ich mich nur schwer anfreunden kann. Sachbücher, Fachbücher, gerne, jemand breitet sein Wissen vor mir aus und ich kann es aufsaugen, hinnehmen, überprüfen, anzweifeln, wiedergeben, als meines verkaufen… Ratgeber geben letztlich auch nur Wissen wieder – beziehungsweise „Wissen“ (denn mal ehrlich, was gesund oder ungesund ist, wird alle paar Jahre neu definiert, was glücklich oder erfolgreich macht, ist irgendwie subjektiv…). Es ist der imperative Tonfall, der mich an den meisten Ratgebern nervt (wohlgemerkt nicht genug, als dass ich keine mehr lesen würde). Immer so: Mach…

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KaTicTacToelisch

Der einzige Nominierte für die Kategorie „Bester Film“, den ich nicht vor der Verleihung Ende Februar gesehen habe. Natürlich bekam er den Oscar. Sonntag erst hat es mich ins Kino verschlagen: Licht aus, „Spotlight“ an. Nicht nur der Goldjunge machte mich neugierig, auch und insbesondere der ProPublica-Artikel „Spotlight“ gets investigative journalism right. So so. Ja ja. Mal sehen. Jetzt habe ich den Film gesehen, aber woher soll ich wissen, was in Sachen investigativer Journalismus right ist? Da geht es mir wie DiCaprio, der nach der Oscar-Verleihung gefragt wird, ob er seine Trophäe jedes Jahr gravieren lässt: „I wouldn’t know.“ „Spotlight“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen…

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Sechs Engel in Oberhausen

Die Erwartungen pendelten sich Richtung Nullpunkt ein, als wir – die pünktlichen Deutschen – um kurz nach 20 Uhr (Einlass!) an die Tür klopften und uns keiner reinließ. Das Gebäude sah von außen auch eher nach Bruchbude, als Veranstaltungsort aus. Bin vorher noch nie im „Druckluft“ in Oberhausen gewesen. Keine Ahnung, was ich mir darunter vorgestellt hatte (die vagen Vorstellungen sind von konkreten Eindrücken mal wieder vollends verdrängt worden) – ein wenig überrascht hat mich der kleine, kalte, mit knalligen Stickern und antifaschistischen Sprüchen tapezierte Bau schon. Aktionismus, schallte es von allen Wänden, zuweilen mit einer fetten Portion Wut, gar…

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BANG BOOM BELLEZZA!

„You realize the sun doesn’t go down It’s just an illusion caused by the world spinning round“ – The Flaming Lips 2015 geht – hier, in Westdeutschland – mit einem sommerlichen Winter zu Ende. Das passt, in diesem Jahr, in dem die Welt Kopf zu stehen scheint. Vielleicht war es nur der sozialmediale Wirbelwind, der die kleinste Wurstmeldung wie einen Erdrutsch in den Newsfeed geschoben hat: BANG! Hitler nur einen Hoden! BOOM! Raab heult in letzter Sendung! BANG! Trump sagt was Menschenverachtendes! Schon wieder! Dass SS-Buchhalter Oskar Gröning im Juli zu einer vierjährigen Haftstrafe verknackt wurde, machte als Eilmeldung die Runde. Das…

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Zurück in die Vernunft

Es heißt zur Vernunft? ZUR Hölle mit Dir, Grammar Nazi. Eigentlich wollte ich über „Zurück in die Zukunft“ schreiben. Das war mein fester Plan, als ich am Mittwochabend durchs Kinofoyer marschierte, vorbei am DeLorean-Nachbau und über einen Schwenk zur Popcorntheke rein ins Kino. „Back to the future 1-3“ auf großer Leinwand. Yeah. Und es machen so viele mit, dass man sich gar nicht nerdig fühlt. Doch am Ende der Sause – nach Mitternacht – musste ich einsehen, dass ein Serienmarathon daheim, wo man sich in allen denkbaren Positionen irgendwie auf’s Sofa fläzen kann, etwas erträglicher ist, als rund sechs Stunden Kinosessel. Meine…

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Kurzfilmtipp: „Interesting Ball“

Wenn der eine Regisseur dem anderen in den Arsch tritt, sein Fuß stecken bleibt und er vom nackten Rektum aufgesogen wird, dann sind da wohl Daniels am Werk. Wer sind Daniels? Ich rede quasi jeden Tag mindestens einmal über dieses Filmemacher-Duo – um sicher zu gehen, dass alle Menschen, die sich mir bis in den kritischen Mitteilungszirkel von 50 Metern (ja, das geht auch über Zuruf) nähern, einmal von diesen kongenialen Videovirtuosen gehört haben. DIE KENNT HIER KEINE SAU! hab ich manchmal das Gefühl. Drum werde auch dieser junge Blog nicht von meinen Daniels-Spams verschont. Alles, was die beiden drehen, dreht sich…

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It’s funny because it’s not

„This is the story of my senior year of high school and how it destroyed my life. And how I made a film so bad, it literally killed someone.“ — Greg Gaines Der Film sei „indie as fuck“, meinte mein Kumpel. Für sowas bin ich ja tendenziell durchaus schonmal hin und wieder zu haben. Immer. Wenn der Rest der Welt einen Indie dreht, dann weil nicht mehr Kohle da war. Wenn Amerika einen Indie dreht, dann darum. Ein prätentiöses Suhlen im vermeintlich Unabhängigen, irgendwie rebellischen Eigensinn. Das sieht dann alles so schön selfmade aus, mit Stop-Motion-Einspielern und vielen, vielen zurecht geschnibbelten, zusammen geklebten, bunt bemalten Requisiten.…

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The Space Pirate

Das wäre definitiv der bessere Filmtitel gewesen – und stand auch hundertpro mal zur Debatte, irgendwann in der Preproduction-Phase. Oder Photoshop-Philipp hat’s beim Filmposter-Basteln vorgeschlagen. Der Titel liegt einfach auf der Hand. Und ist so. viel. cooler. Als „The Martian“ (ich kann das nicht aussprechen) respektive „Der Marsianer“ (ich will das nicht aussprechen). Außerdem hätte Ridley Scott dann in zwei Jahren den lang ersehnten „Gladiator vs. Space Pirate“ drehen können. Darauf warte ich seit… gestern. Abend. 23 Uhr. Matt Damon ist also wieder verloren gegangen. Kann den Kerl mal jemand festbinden? Oder einfach nicht zurückholen? Einfach mal da lassen? „Der Zurückgelassene – vergesst…

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Leib und Werk, was bleibt, was stärkt.

Heute ist ein schwarzer Tag. Wenn ich einen Launekalender führen würde, bekäme er einen schwarzen Punkt. Obwohl es nicht einmal meine Laune ist, die ist okay, mittelmäßig, aber das Gefühl – das allgemeine Wohlbefinden – ist erschüttert. Vermeintlich grundlos, weil doch nichts Schlimmes passiert ist. Wie immer sind es Kleinigkeiten, die sich summieren. Sinnlos vertrödelter Abend, unnötig spät ins Bett, ungemütlich früh raus, unmotiviert ins Büro. In den Mails eine Absage, via Facebook ein kritisches Feedback, eine andere, ersehnte Rückmeldung lässt auf sich warten. Morgen viel Arbeit wegen eines Projekts, für das ich nicht brenne. Außerdem fresse ich im Viertelstundentakt Schokoriegel. Wer…

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