Kurzfilm: Act A Hool

Eine schwarze Frau hastet durch den Wald, verfolgt von einem Jeep, auf dem vier weiße Hools jodeln. Einer hält seinen Baseballschläger, ein anderer umarmt seine Freundin, auf deren Jacke »White SS« geschrieben steht. Beim ersten Mal sehen hab ich »Witness« gelesen – und auch a bissel amüsant gefunden. Wobei einem das Schmunzeln im Halse stecken bleiben sollte, angesichts der rohen Gewalt, die sich da ihren Weg bahnt. Ach ja, und dann erfährt man noch, dass die Szene im Jahr 2073 spielen soll.

Existenzgründung, ja oder nein?

Mal angenommen… Du gehst steil auf die 30 zu und hast »dein Leben lang« (also die paar Jahre seit Ausbildung/Studium) in fester Anstellung gearbeitet. Der Job läuft ganz gut, aber lastet dich nicht so sehr aus, dass da kein Platz mehr für Flausen wäre, in deinem Kopf. Außerdem könntest du mal einen Tapetenwechsel gebrauchen und wolltest sowieso schon immer »was Eigenes« machen. Was spricht dafür, was spricht dagegen? Und warum ist beides egal?

Sprachen lernen, Welten erobern

»Siempre la lengua fue compañera del imperio« – Sprache war immer die Begleiterin des Imperiums. Soll heißen? Mit diesen kryptischen Worten widmete ein Mann namens Antonio de Nebrija die erste gedruckte Grammatik einer europäischen Volkssprache, des Kastillischen, seiner Königin Isabella. Später rückte der Historiker Wolfgang Reinhard das abstrakte Bild de Nebrijas in einen konkreten Rahmen, mit der These: Die europäische Expansion, also das imperiale Streben der Briten, Niederländer, Franzosen, Deutschen, wurde durch die Fähigkeit zur Sprachbeherrschung ermöglicht. Aha. Stimmt das?

Megatrends: Das Wunderland unserer Zukunft

»I knew who I was this morning, but I’ve changed a few times since then.« Lewis Carroll’s Alice hat es auf den Punkt gebracht: Wir befinden uns im stetigen Wandel. Wie dieser Wandel unsere Zukunft formt und welche Megatrends unser Leben evolutionieren, zeigen uns Zukunfts- und Trendforscher. Eine kleine Einführung über unser Leben von morgen.

Was haben Kubricks Filme gemeinsam?

Eigentlich wollte ich über das Œuvre Stanleys Kubricks schreiben (und vor allem mal das Wort Œuvre benutzen). Fast bin ich mit einer neuerlichen Sichtung seiner Filmografie durch und geplättet von der großen Kunst des Meisterregisseurs. Doch ehe ich ihn gebührend beweihräuchern kann, scheint es mir, muss ich Platons Ideenlehre darlegen. Durch das Kennenlernen derselben habe ich Kubricks Filme mit anderen Augen sehen gelernt. Soll heißen?

Wie liest man ein Buch?

Was zuvor geschah: heute Morgen hat DIE ZEIT Alarm geschlagen. Auf der Titelseite schlug mir die Zeile entgegen: »Lesen! Nur lesen!« Großes Jammern darüber, wie neue Technologien einer alten Kulturtechnik das Wasser abgraben. Anprangern einer Zeit, da alle nur noch auf Dauersendung sind, mehr reden, als sie zu sagen haben. Und zwar: Live! Aus aktuellem Anlass also: eine Anleitung zum Bücherlesen, kompatibel mit allen nondigitalen Modellen mit mehr als zwei Seiten.

Buchtipp: Colonia im Mittelalter

»Über das Leben in der Stadt«, so der Untertitel. Wer nun ein paar lockere Anekdoten erwartet, heiter bis blutig, aus einem Köln, das noch von Rittern und Mönchen und holden Maiden bevölkert wurde, der oder die möge das Buch schön wieder zurück ins Regal schieben. Der Autor Dieter Breuers geht ins Detail und gibt Geschichtsunterricht. Hochinteressant, aber halt auch… Geschichtsunterricht.

Buchtipp: Gott und der Staat

»Das Volk«, schrieb der russische Revolutionär Bakunin, »ist leider noch sehr unwissend.« Stand: 1871. Im März dieses Jahres wurde sein Büchlein Gott und der Staat, aus dem diese Feststellung stammt, neu aufgelegt. Denn obwohl sich Bakunin darin redlich bemüht hat, das Volk aufzuklären, scheint es immer noch unwissend zu sein. Oder mehr denn je? Oder alles nicht so wild? Mal sehen…

Was haben Sprachen mit Nationalstolz zu tun?

Duterte hat Trump ein Liebeslied gesungen. In Tagalog zwar (einer philippinischen Sprache), aber die Geste zählt. Wenn ein Mörder und Diktator mit einem Möchtegern-Diktator flirtet und beide gemeinsam die Welt ein bisschen schlechter machen möchten, ja, wenn einen die Gegenwart mal wieder fassungslos und fremdschämend im Regen stehen lässt, dann flüchtet man sich doch gerne auf einen kleinen Ausflug in die Geschichte. Die Vereinigten Staaten, die Philippinen und das Wirrwarr mit den Sprachen – wie fing es an, wo ging es hin?

»Read Kant, cunt!«

Vorige Woche schrieb mir eine Brieffreundin, dass sie wegen »Personenschadens« in der Bahn festgesessen habe – und fragte nach meinen Gedanken zum Thema Suizid. Gestern diskutierte ich eifrig mit einer Hebamme darüber, wie mit Eltern umgegangen müsse, die ein behindertes Kind erwarteten – und es führte zum Thema Abtreibung. Heute darf ich mich fürs Fernstudium mit der Ethik bei Immanuel Kant beschäftigen. Was will das Schicksal mir sagen?