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Serientipp: Wishlist 2.0 (Webserie, 2017-18)

Heute Morgen las ich in der aktuellen ZEIT-Ausgabe den Beitrag Ich bin nicht mein Avatar. Darin ging es um Facebook, Cambridge Analytica und den Menschen als manipulierbares Wesen. Weil ich gestern Abend erst das krachende Finale einer gewissen Mystery-Webserie auf YouTube gesehen habe, ersetzte mein Hirn wie automatisch jedes »Facebook« in dem Artikel durch »Wishlist«. Das ist App, die Wünsche erfüllt – und gleichzeitig der Titel besagter Webserie, die ihrerseits Wünsche erfüllt. Wünsche von einer High-Concept-Serie aus Deutschland.

Richtig kranker Scheiß – wie schön!

Eine App, die all deine Wünsche erfüllt – wenn du im Gegenzug die berechneten Aufgaben erledigst. Und sei es, einen Menschen zu töten. Das ist Wishlist. Und das ist »High Concept«, ein Marketing-Begriff aus der Filmindustrie, geprägt in den 70er Jahren. Dabei geht es nicht darum, Standardware zu liefern und vorhandene Publikums-Interessen zu bedienen, sondern mit einem prägnanten, knackigen Konzept neue Begierden zu wecken. Eine Story, deren Kern sich mit wenigen Worten auf den Punkt bringen lässt, in einem Gewand, das vom Look & Feel her voll aufs möglichst neuartige Thema einstimmt. Ein solches High-Concept-Projekt, wie es sie in Deutschland noch selten gibt, nichts weniger will die Mystery-Webserie Wishlist sein. Schafft sie das?

Hinweis: Liebe Leser*innen, dieser Blogbeitrag enthält Spoiler zu Wishlist 2.0 – eine Webserie, die geschickt mit Suspense spielt und voller Plot-Points ist (einer davon sogar begehbar). Deshalb rate ich vom Weiterlesen ab, bevor man sich das Spektakel nicht selbst angesehen hat. Hier geht’s zum offiziellen YouTube-Kanal von Wishlist auf dem alle Folgen verfügbar sind.

Eine weiße Maus in einem Rohr, dazu der Text: Wishlist – Staffel 2

Totale: Wishlist 2.0 im Zusammenhang

Cineastischer Kontext

Mystery aus Deutschland also – na, da gibt’s ja jetzt Dark, seit Dezember vergangenen Jahres. Eine düstere Netflix-Serie, die aussieht und sich anfühlt wie ihre amerikanischen Vorbilder, nur eben aus deutscher Schmiede. Doch Dark wurde erdacht, geschrieben, produziert und inszeniert von Filmemachern, die in den 70er Jahren geboren wurden um die Jahrtausendwende zur Filmschule gegangen sind, überwiegend zur HFF München. Wenn die nicht Maßstäbe setzen, wer dann? Die verantwortliche Produktionsfirma hat mit ihrem ersten Kinofilm vor über zehn Jahren den Oscar gewonnen: Das Leben der Anderen.

Doch hier geht es um das Treiben der Anderen. Einer anderen Generation von Filmemachern, 80/90er Jahrgang, keine Absolventen der etablierten Filmakademien Deutschlands, sondern Autodidakten, die durch eine andere Schule gegangen sind. Jungs, die das Handwerk unmittelbar von den Meistern des Kinos gelernt haben, indem sie massenhaft Bonusmaterial aus DVDs und Blu-rays studierten. Mädels, die über YouTube groß geworden sind und sich darauf verstehen, ihrem Publikum auf Augenhöhe zu begegnen.

Dark und Wishlist – kleiner Vergleich

Als für die erste Staffel der Mystery-Webserie Dark seitens Netflix grünes Licht gegeben wurde, im Februar 2016, da steckte das Wishlist-Team bereits in der Vorbereitung ihrer ersten Staffel (hier geht’s zum Serientipp Wishlist, Staffel 1). Als im Oktober 2016 die Dreharbeiten zu Dark begannen, in Berlin und Umgebung, da feierte Wishlist bereits Premiere. Die erste Staffel wurde auf YouTube präsentiert, sammelte dort über drei Millionen Aufrufe und um den Jahreswechsel einige Preise ein – unter anderem den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis. Im März 2017 endeten die Dreharbeiten zu Dark – und das Wishlist-Team steckte in den Vorbereitungen zur zweiten Staffel.

Dank des überraschenden großen Medien-Echos konnten sie mit enorm gestiegenem Budget zu Werke gehen. Staffel 1 wurde für rund 170.000 Euro produziert. Staffel 2 sollte (nach Angaben der Westdeutschen Zeitung) für etwa das Achtfache entstehen. Zu dem Budget von den zehn je etwa einstündigen Folgen von Dark gibt es seitens Netflix keine Angaben. Als die Serie im Dezember 2017 endlich gezeigt wird, geschieht dies zeitgleich zur inzwischen abgedrehten Webserie Wishlist.

Reinhören: Hier die Köpfe hinter Wishlist, zu Gast bei den Serienjunkies:

Mich beeindruckt einfach die Relation: In einem Entstehungszeitraum von rund 22 Monaten liefern etablierte Vollprofis eine Serie mit 10 Folgen von je 45-55 Minuten ab. Also insgesamt rund 8 1/2 Stunden Sehvergnügen. Im gleichen Zeitraum liefern ambitionierte Semiprofis eine Serie mit 22 Folgen von je 15-40 Minuten in 2 Staffeln ab. Insgesamt rund 3 Stunden (Staffel 1) + 6 1/2 Stunden (Staffel 2), sprich: 9 1/2 Stunden Sehvergnügen. Das entspricht locker vier abendfüllenden Spielfilmen! Und während man Staffel 1 stellenweise durchaus inszenatorische oder technische Schwächen ansieht, ist Staffel 2 inszenatorisch und technisch state of the arts, was deutsche Serien-Produktionen angeht.

Hier geht es nicht darum, Dark in ein schlechtes Licht zu rücken, überhaupt nicht. Ich möchte nur den beachtlichen Workload hervorheben, den die Macher der Webserie Wishlist in den vergangenen zwei Jahren geleistet haben.

Persönlicher Kontext

Was Wishlist für mich also zu einem besonderen Werk macht, ist eben dieses junge, hochmotivierte Team dahinter – und sicher, vielleicht auch die relative Nähe dazu: Wishlist ist in NRW entstanden, in und um Wuppertal herum. Einen der Serienmacher – Marc Schießer – kenne ich von damaligen Kurzfilmfestivals, schätze ihn als Filmschaffenden mit krasser Energie und klaren Visionen. Im Frühjahr 2013 hatten wir beide das Glück, bei der Filmakademie Baden-Württemberg in die engere Auswahl im Rennen um einen Studienplatz für Filmregie zu kommen. Das waren drei spannende Prüfungstage in Ludwigsburg.

Am Ende hatten wir beide das Pech, einen solchen Studienplatz nicht zu bekommen. Doch während meine Interessen sich danach hier- und dorthin irrlichterten, ist Marc seinem Wunsch treu geblieben – und hat einfach gemacht. Kurzfilme, längere Filme, schließlich eine Webserie. Als im Jahr 2015 eine Produktionsfirma auf diese Webserie aufmerksam wurde, wäre das Regie-Studium in Ludwigsburg noch nicht abgeschlossen gewesen. Will sagen: Marc Schießer ist ein gutes Beispiel für diejenigen Filmemacher, die ihren Traum ohne den konventionellen Weg verwirklichen. Einfach, in dem er seine 10.000 Stunden vollgemacht hat. Wobei »einfach« nicht das richtige Wort ist.

Ich neige angeblich zu peinlich übertriebenen Lobhymnen und wäre gerad‘ auch noch nicht fertig damit. Aber ich breche an dieser Stelle ab und wende mich wieder dem Thema zu: Wishlist 2.0. Denn mal abgesehen von der Quantität in Sachen stundenlangem Sehvergnügen, wie steht es um die Qualität?

– und noch einmal: Achtung, Spoiler!

Close-up: Wishlist im Fokus

Erster Eindruck | zum Inhalt der Serie

Zu diesem Zeitpunkt hab ich mich, schätz ich, schon als wohlwollender Zuschauer geoutet. Fanboy. Okay, ja, ich find das Team und die Backstory geil und, ja, ich wollte Wishlist 2.0 durchaus von der ersten Minute an irgendwie toll finden. Tatsächlich muss ich die Webserie nicht irgendwie toll finden. Das kann ich in aller Seelenruhe aus tiefstem Herzen tun. Um dem folgenden »kritischen Blick« noch einen Hauch Ausgewogenheit zu verleihen, überlasse ich Sonia das Schlusswort. Mit ihr zusammen habe ich gestern Abend die zweite Hälfte der Staffel samt Finale gebinged. (Wir lieben Cliffhanger, aber wir hassen sie auch.)

Doch ich spule auf Anfang.

Wishlist 2.0 beginnt mit einem mysteriösen Detail-Shot von einem dunklen, runden Ding, auf das Haare hinab regnen. Dazu der Sound eines Rasierers. So weit, so geheimnisvoll. Schnitt zu Dustin (Marcel Becker-Neu), jener Hauptfigur, die sich im Finale von Staffel 1 in ordentliche Schwierigkeiten geballert hat. Wir begegnen ihn in einem Hotel, wo er auf diejenige Figur trifft, die Staffel 2 prägt wie keine andere: Norma Jean, das irre Mastermind derjenigen terroristischen Vereinigung, die hinter der App Wishlist steht.

Das Handwerk beherrschen

Bis Folge 3 diskutierten Sonia und ich zwischendurch darüber, ob Norma Jean eventuell ein humanoider Roboter sei. Derart verstörend/befremdlich erschien uns die Performance der Schauspielerin Yvonne Yung Hee Bormann. In der Nazi-Banden-Prügelszene, recht zu Beginn der Staffel, war mir Normas wahnhafte Art noch zu extrem. Zuletzt haben wir wohlgemerkt La La Land gesehen – wir mussten uns vielleicht erst wieder auf nihilistischen Irrsinn à la Fight Club eingrooven.

Nimm dir immer alles, was du willst, wann du willst und wie du es willst. | Norma Jean, Wishlist 2.0

Die Serienschöpfer machen keinen Hehl aus ihren Vorbildern. David Finchers Œuvre ist nicht nur auf Postern im Hintergrund oder T-Shirt an den Leibern der Schauspieler präsent. Wishlist bedient sich auch der Bildsprache von Finchers Werk, oder dem von Park Chan-wook – oder anderen großen Regisseuren, die für ihren visuellen Stil aus der Masse herausstechen. Das ist noch lange kein bloßes Kopieren der Vorbilder, kein dumpfes Nachmachen. Die Köpfe hinter Wishlist beherrschen diese Bildsprache längst (Übung macht den Meister) so gekonnt, dass sie frei damit spielen und Neues kreieren können. Wie ein Handwerk, das man sich aneignet, indem man sich nur lange genug mit den Werkzeugen beschäftigt.

Nach der Exposition mit Dustin und Norma Jean, deren Plausch im Hotel mit einem Knall abschließt, geht es nahtlos dort weiter, wo Staffel 1 aufhörte: im polnischen Hinterland, Industrie-Gelände. Hauptfigur Mira (Vita Tepel) durchbricht für ein paar einleitende Worte die vierte Wand (für mein Empfinden tut sie das im Verlauf der Serie ein paar Mal zu oft – aber das ist Geschmackssache). Dann sammelt sich die Clique, um geschlossen in die zweite Staffel zu starten. Die Rolle der Janina wurde umbesetzt (Erklärung dazu hier im Video). Neubesetzung Jeanne Goursaud verleiht der Figur eine bis dato bei Janina selten gesehene Ernsthaftigkeit, eine nach dem Finale der Staffel 1 nachvollziehbare Charakterwandlung, passend zum gesamten Grundton der neuen Staffel.

Bleibender Eindruck | zur Wirkung der Serie

Ist gerade erst ein paar Stunden her, was schwatz‘ ich hier von bleibendem Eindruck? Schnuppe! Es gibt etliche Szenen, von denen ich sicher bin, dass ich sie lange, lange im Gedächtnis behalten werde. Überhaupt definiert sich ein guter Film oder eine gute Serie selten über einen vagen Gesamteindruck. Wenn man nach Jahren sagen kann, »joa, hab ich als gut in Erinnerung« – dann ist das schlecht. Krasse Einzelszenen erst, die überraschen, begeistern, schockieren oder zum Diskutieren einladen, machen ein Werk zu etwas Bleibendem. Auftragskiller, die bei der Arbeit über Cheeseburger quatschen zum Beispiel, damit hat Tarantino sich in den Olymp unvergesslicher Filmmomente geschrieben. Eine nette kleine Referenz an diese Kultszene findet sich in Wishlist (Folge 6), als die Truppe maskierter Übeltäter im Fahrstuhl bespricht, nach ihrem Coup erstmal Burger essen zu gehen.

Drei Szenen

Gleich im Anschluss an dieses Fahrstuhlgespräch folgt meine absolute Lieblingsszene. Mit Taschenlampen durchs Krankenhaus, in dem eine äußere Macht das Licht abgeschaltet hat, auf allen Etagen. Norma Jeans Terrorgruppe stolziert durch die Gänge, unterwegs zu einer ganz bestimmten Station. Dort wollen sie Chaos ins System bringen – auf zugleich derart beklemmende und berührende Art und Weise, dass selbst ich völlig eingesogen war. Sonst unterscheidet Sonia und mich meist der Blick von innen und außen. Sie erlebt eine Szene empathisch mit, steckt voll in den Situationen und Dilemmata der Figuren. Ich hingegen kriege selten die Gedanken darüber abgeschaltet, wie schön das Licht oder bemerkenswert die Kameraführung ist. Aber in dieser Krankenhaus-Szene, da hat der Meta-Kanal meines Hirns dichtgemacht. Gänsehaut pur.

Eine weitere Sequenz, die – natürlich – im Kopf bleibt, nenne ich mal: Fear and Loathing in Wuppertal. Knaller-Trip, der sich trotz aller Abgefahrenheit gekonnt in die Szenenfolge einfügt, gespickt mit schönen, kleinen, psychedelischen Ideen. Szenenapplaus!

Zuletzt muss ich Folge 7 feiern. Eine geschlagene Viertelstunde lang spielt sich hier die Handlung in einem geschlossenen Kofferraum ab, mit Dustin, der ordentlich Panik schiebt. Neben ihm liegt ein Spaten und im dumpfen Gelaber der Fahrer fällt das Wort »vergraben«, also durchaus gerechtfertigt, seine Todesangst. Nun sind 15 Minuten viel Zeit, da droht ein kleines Set-up schnell langweilig zu werden. Dass das nicht sein muss, hat im Jahr 2010 der Film Buried – Lebend begraben bewiesen, der über anderthalb Stunden lang nur in einem Sarg spielt.

Dustins Ausweg

Wieder zeigt sich hier: Die Macher beherrschen die Skills ihrer Vorbildern und toben sich aus. Mit verschiedensten Kamera- und Lichtideen vor atmosphärischer Soundkulisse sowie einer geballten Portion Humor, wo man ihn echt nicht erwartet hätte. Ich hab mich weggelacht, als Dustin sein Handy zückt, um mithilfe des Internets eine Lösung für sein Problem sucht. Allein die Autofill-Funktion von Google, auch wenn sie nur Bruchsekunden über’s Bild blitzt, ist genial.

Dustin tippt: wie…
Google schlägt vor: wie wie & denny
Dustin: wie be…
Google: wie bekommt man den grimme preis?
Dustin: wie befreie ic…
Google: wie befriedigen sich borkenkäfer? [Randnotiz: Borkenkäfer sind übrigens der Shit im Wishlist-Universum, die Fernsehsendungen im Hintergrund reden von nichts anderem – warum auch? Faszinierende Wesen, zuweilen bevölkern bis zu 100.000 Exemplare nur einen einzigen Baum!]
Dustin: wie befreie ich mic…
Google: wie befreie ich mich von marc [von werkimmanenten Anspielungen und Insidern platzt Wishlist übrigens, was wieder sehr für die Detailverliebtheit spricht, mit der hier zu Werke gegangen wird.]

Als Dustin endlich seine Frage ausformuliert hat – Wie befreie ich mich aus einem Kofferraum? – stellt sich tatsächlich wikiHow als erstaunlich hilfreich heraus. Das sind die Momente, in denen Wishlist den Irrsinn unserer Gegenwart auf den Punkt serviert (den wikiHow-Beitrag gibt’s natürlich wirklich). Auf dem Höhepunkt der Szene, als Dustin sich am Rande totaler Verzweiflung an den Spaten klammert, dachte ich nur: what the fuck? Ich sehe hier eine Szene, die sich dieser Marcel Becker-Neu mit ausgedacht hat, vermutlich am Drehbuch beteiligt war und in ihr als Schauspieler eine preiswürdige One-Man-Show abliefert – und dann noch den verdammt nervenaufreibenden Score dazu komponiert hat! Hut ab.

Das Spiel mit der Unwissenheit

Und Schluss jetzt. Ich möchte noch die fantastische Schnittmontage bejubeln, mit der die Angriffe auf die Cliquen-Mitglieder parallel-geschnitten werden, und den Schauspieler Florian Steffens, der dem Charakter Klaus unter vollem, immerzu tänzerischem Körpereinsatz eine schaurige Präsenz gibt. Aber bevor es ausufert, last but not least ein Wort zum absolut wichtigsten Qualitätsmerkmal dieser Webserie: dem Drehbuch. Dabei meine ich weniger die einzelnen Dialoge und philosophischen Monologe. Ich meine das Arrangement der Szenen und wie mit Spannung gespielt wird, mit der Erwartungshaltung und dem Unwissen der Zuschauer. Was, wann, wie erzählt und vorenthalten wird, darin liegt Wishlists größte Stärke und der (von der technisch hervorragenden Umsetzung mal ganz abgesehen) professionellste Aspekt. Gekonntes Storytelling. Etwaige Logiklücken verzeihe ich in diesem Masterplan-Genre gerne mal. Wenn man da zu genau hinschaut, bestehen auch die großen Klassiker dieser Spielart nicht, siehe: The Game, Sieben, Die üblichen Verdächtigen…

Aktueller könnte die Serie übrigens kaum sein. Am Ende meiner heutigen Morgenlektüre über Facebook und Menschen als manipulierbare Wesen, kam mir wieder der paranoide Keller-Tüftler aus Wishlist in den Sinn. Dataismus, der Glaube an die Berechenbarkeit von uns Menschen – dieses Thema begleitet die gesamte Serie und rückt gen Finale (und darüber hinaus, wie es sich andeutet) immer mehr in den Fokus.

Für die Welt bist du nur eine Zahl, Mira. Mehr nicht. | Wilfried Hochholdinger in Wishlist 2.0, Folge 10

Fazit zu Wishlist 2.0

Das überlasse ich mal wieder Sonia, die da schreibt:

Mit thrill-durchzogenem Storytelling hat man mich schnell. Das war schon bei der Mystery-Serie Pretty Little Liars so. Wishlist wäre mir vielleicht zu derb, warnte David mich vor. Dank harter Schule durch Game of Thrones fühlte ich mich der emotionalen Herausforderung gewappnet. Und im Notfall konnte ich mir immer noch die Augen zuhalten. Theoretisch. Praktisch eher nicht, denn Wishlist will gesehen werden. Und was Wish will, ist Gebot. Nippte ich während der ersten Staffel noch entspannt am Wein, verschlug mir die zweite Staffel und ihre erzählerische Spannung schlicht die Sprache.

Die Story um Miras Clique und das Ausmaß moralischer Verwerflichkeit einiger Figuren (allen voran Galionsfigur Norma Jean) haben mich bis zur Schlussszene und darüber hinaus fasziniert. Ich hätte sicher Ganzkörper-Gänsehaut bekommen, hätten mich die gelegentlichen Lach-Flashs von David (zu den unpassendsten Stellen!) nicht daran erinnert, dass ich gerade einen Film sehe und nein, nicht in der Geschichte bin. Die Schnitte, Kamerafahrten und das Setting waren zweifellos grandios. Doch der Filmgenuss der zweiten Staffel lag für mich ganz klar in den Handlungen, Entwicklungen und Beziehungen der Figuren, die so authentisch gespielt wie psychologisch hochinteressant waren. Mein Wunsch lautet deshalb: dass das Gruseln und Mitfiebern mit Wishlist eine Fortsetzung erfährt.


Weblinks

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