Geschichte Philosophie

Metaphysik in der Antike

Wenn man über die Antike spricht, ist das ein Zeitraum von Hunderten von Jahren, in denen Hunderte von Tausenden von Menschen geboren und gestorben sind. Und doch, blickt man auf die Metaphysik-Geschichte zurück, beschränkt sich das Kapitel Antike auf eine Handvoll großer Geister.

Platon, Aristoteles

Für Platon war die wichtigste Frage der Metaphysik die nach der Möglichkeit und Existenz des Nicht-Empirischen – also dem, was unsere Sinne nicht erfassen können. Damit folgte die Frage auf dem Fuße, wie weit unsere Sinne überhaupt reichen – wie gut ist unser Erkenntnisvermögen?

Damit stehen sich das Sein und das Erkennen von etwas gegenüber – in Disziplinen gesprochen: Metaphysik und Erkenntnistheorie. Wie stehen sie zueinander?

Man nehme eine Idee, gut oder schlecht, ganz egal. In jedem Fall ist sich nicht empirisch: eine Idee haben wir, aber man kann sie nicht sehen, hören, fühlen, schmecken oder ertasten. Für Platon sind Ideen nun das, was Erkenntnis überhaupt möglich macht (siehe: Platons Ideenlehre). Wir sind umgeben von sinnlich wahrnehmbaren Dingen und haben dazu lauter Ideen – das ist ein Baum, ein Hund, ein Pipistrahl. Diese Ideen sind das eigentlich wahrhaft Seiende, die Dinge bloß Abbilder unserer Ideen.

Also: Die Einsicht in unsere Ideen ermöglicht die Erkenntnisse zu unserer Umwelt – in Disziplinen gesprochen: die Metaphysik geht der Erkenntnistheorie voraus. Jene ist Grundlage für diese.

Für Aristoteles, den berühmtesten Schüler Platons, sieht die Welt ein bisschen anders aus. Während sein Lehrer den Dingen um uns herum nicht einen Abbild-Charakter zuschrieb, ein bloßes Abgeleitet-Sein aus unseren Ideen, gibt Aristoteles ihnen einen anderen Status: ein Selbst-Sein nämlich, dass er auch als Substanz bezeichnet.

Damit stehen die Disziplinen für ihn nicht in einer einseitigen Beziehung zueinander, wie bei Platon (Metaphysik -> Erkenntnistheorie), sondern vielmehr in einem Wechselspiel (Metaphysik <-> Erkenntnistheorie). Dieser Theorie nach bedingen die Disziplinen einander.

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