Dualismus

Zuletzt aktualisiert am 8. September 2018 um 16:49

Ein Bücherregal, dazu das Wort: Dualismus

 

D wie Dualismus

Erklärung des Begriffs

Begriff: (der) Du·a·lis·mus | Aussprache: /Dualísmus/ | Hörbeispiel: 
Mit »Dualismus« ist allgemein das Vorhandensein oder die Vorstellung von zwei Elementen oder Prinzipien gemeint, die verschieden oder sogar gegensätzlich sind.

Bekannte Dualismen
sind etwa:
  • gut und böse (Theologie)
  • Subjekt und Objekt (Erkenntnistheorie)
  • Freiheit und Notwendigkeit (Ethik)
  • Körper und Geist, Leib und Seele (Philosophische Anthropologie, Philosophie des Geistes

Der Dualismus Leib/Körper <> Seele/Geist wird auch als Cartesianischer Dualismus bezeichnet, benannt nach dem Philosophen René Descartes, der die dualistische Vorstellung vertrat, dass Leib und Seele zwei voneinander getrennte Entitäten (also seiende Dinge) seien.

Der anthropologische Dualismus begreift den Menschen in der Wechselwirkung von Geist und Körper oder von Seele und Leib und wird von Platon, Descartes und Kant, aber auch Scheler in unterschiedlicher Weise ausformuliert. | Gerald Hartung, in: Philosophische Anthropologie (2018), S. 146

Der Begriff in Anwendung

 

Ich versuche nun, die hauptsächlichsten Wege darzustellen, auf denen die Philosophie dieses Dualismus Herr zu werden, aus dem Gegenüber von Subjekt und Objekt die Möglichkeit ihrer Übereinstimmung, ihrer trotz allem behaupteten Einheit, zu entwickeln sucht. | Georg Simmel, in: Hauptprobleme der Philosophie (1927), Kapitel 6

Plessner nun versucht in seinem Werk den Dualismus von Natur und Geist zu überwinden, indem er den Doppelaspekt der naturalen und der geistigen Existenz des Menschen auf ein einziges Prinzip zurückführt; […] | Bernward Grünewald, in: Realität und Begriff (1993)

Das ganze westliche Denken aber war immer zutiefst dualistisch und ist es bis heute. Hier der Körper, dort der Geist; hier der Leib, dort die Seele. Dualismus heißt in dieser Sache: zu meinen, daß geistig-seelische Phänomene […] eine autonome, von der materiellen Welt unabhängige Wirklichkeit besitzen, auf die die Naturgesetze nicht zutreffen und die mit ihrer Hilfe folglich auch nie erklärt werden kann. | Dieter E. Zimmer, in: Wie kommt der Geist in den Kopf? (DIE ZEIT, 1990)

David Johann Lensing, geboren in Bocholt (1989), gelernt in Köln (Medienkaufmann), gearbeitet als Videoproduktioner, Kameramann und Redakteur. Seit jeher begeisterter Schreiber, Filmer, Fotograf – und als solcher habe ich mich schließlich selbständig gemacht. Außerdem blogge, lese, zeichne ich gern und studiere an der FernUni Hagen: Philosophie, Geschichte, Literaturwissenschaft.