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Quentin Kenihan · Autor, Schauspieler, Superheld | 1975-2018 | Nachruf

Am Samstag, 6. Oktober, ist Quentin Kenihan gestorben. Er war bekannt als »kleiner australischer Kämpfer«, angesichts seiner leidenschaftlichen Verteidigung von Interessen behinderter Menschen. Kenihan selbst litt an Osteogenesis imperfecta, einer seltenen Erbkrankheit, deren ärgstes Symptom eine hohe Zerbrechlichkeit der Knochen ist. Kenihan wurde 43 Jahre alt. Noch im vergangenen Jahr veröffentlichte er eine Autobiografie über sein wirklich ungewöhnliches Leben, mit dem Titel: Quentin. Nicht alle Superhelden tragen Capes.

Als Kind liebte ich Superman. Welch Ironie, war er doch ein perfekt geformter »Mann aus Stahl«, der mit einem Satz auf Hochhäuser springen konnte, während ich ein nicht-so-perfekt geformter Junge war, mehr Kreide als Stahl, der sich verletzt hätte, wenn er nur versuchte, überhaupt irgendwohin zu springen. Ich brauchte kein Kryptonit, um meine Schwachstelle herauszufinden. Meine Knochen zerbrachen ganz von allein.

Quentin Kenihan, in: Quentin. Not all superheroes wear capes (2017)
Schauspieler Quentin Kenihan in dem Film »Mad Max: Fury Road«

Von Schmerzen und Löwen

Geboren am 27. Februar 1975 im Box Hill Hospital in Victoria, wurde Quentin Kenihan keine lange Zeit auf dieser Erde prophezeit. Das Kind werde kaum einen zweiten Tag erleben, so wurde es den erschütterten Eltern erzählt. Stattdessen wuchs ihr Sohn – entgegen aller Prognosen – heran, mit dieser Krankheit, die ihm im Verlauf seines Lebens über 600 Knochenbrüche bescheren sollte.

Quentin als Kind:

Im Alter von 7 Jahren wurde Quentin Kenihan einem größeren Publikum bekannt, als der australische TV-Journalist eine Dokumentation über das schwerbehinderte Kind drehte. »Wenn es bricht, spürt man zuerst nichts«, erzählte der Junge im Rollstuhl seinem Interviewer, »doch dann fühlst du große Schmerzen.« Wie stark er denn sei, wird Quentin in der Doku gefragt. »Stark wie ein Löwe«, gibt das Kind zur Antwort – und ließ Taten folgen: Quentin Kenihan wuchs weiter heran zu einem Autor und Entertainer (hier geht’s zu einer Live-Performance anlässlich seines 40. Geburtstages), arbeitete als Schauspieler und war zuletzt nominiert für den Stadtrat der City of Adelaide.

Mein Sohn geht so weit, wie er gehen will. | Kerry Kenihan, Quentins Mutter

Keine Ausreden – mit Quentin Kenihan

Quentin Kenihan ist etwa in dem Actionfilm Mad Max: Fury Road (2015) von George Miller zu sehen, als Corpus Colossus, einem Sohn des Filmbösewichts Immortan Joe. Wie er die Rolle bekommen habe? »Ich habe vorgesprochen, wie jede*r andere auch.« Als bestes Beispiel dafür, wie man ohne faule Ausreden einfach nur seine Träume verfolgen soll, hat der Filmemacher Casey Neistat im Mai dieses Jahres Kenihan in dem Clip NO EXCUSES zu Wort kommen lassen.  

Und apropos »keine Ausreden« – vergangenes Jahr ging ein grandioses Video viral, das jede noch so faule Socke vom Hocker hauen sollte. Es heißt DO WHAT YOU CAN’T, ebenfalls von Casey Neistat. Darin hat Quentin Kenihan nur einen kleinen Auftritt, doch die Message, die hier vermittelt wird, ist quasi sein Lebensmotto.

DO WHAT YOU CAN’T

In den Sozialen Medien führte Quentin Kenihan ebenfalls ein aktives, munteres Leben. Wer sich davon ein Bild machen möchte, hier geht es zu Quentin Kenihans…

Und so wurde auch im Netz Abschied genommen von Quentin Kenihan. »Was für ein kreatives, produktives Leben«, schrieb etwa der Schauspieler Russell Crowe (The Nice Guys) über seinen »kleinen Kumpel«:

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