KÄFIGHALTUNG | Kurzfilm 2011

Der Kurzfilm Käfighaltung ist im Rahmen der 23. Videoaktion No Clip des Medienprojekts Wuppertal entstanden. Das Thema lautete »Verboten«, einzige Vorgabe war eine Spieldauer von drei Minuten. Käfighaltung lief auf einigen Kurzfilmfestivals in Deutschland und den Niederlanden. Im Jahr 2012 gewann der Kurzfilm den Deutschen Jugendvideopreis.

Was sollte verboten werden? Mit dieser Frage habe ich damals, im Alter von 21 Jahren, mein Brainstorming zum Projektauftakt begonnen. Eingefallen sind mir tausend Dinge, die von banal bis wichtig rangierten. Aus meiner Unentschlossenheit, auf eines dieser Dinge den Fokus zu legen, erwuchs die Idee von zwei jungen Aktivistinnen, die sich einfach allen Themen annehmen. Gedreht wurde der Film mit einer Canon XL2, einer Nikon D90 und einer Panasonic NV-GS500. Zu einigen Einstellungen des Films wurde ein Moodboard entworfen, hier zu sehen:

Moodboard zum Kurzfilm

Moodboard zum Kurzfilm Käfighaltung
Die jungen Frauen rauchen und reden, nähern sich an.
Moodboard zum Kurzfilm Käfighaltung
Nachts unterwegs: In ihren Hoodies brechen die Frauen zu ihrer nächsten Aktion auf.
Moodboard zum Kurzfilm Käfighaltung
Die Zigarette als Stengel des Todes und ein Tattoo vom Baum des Lebens.

Käfighaltung – zum Inhalt

Der Kurzfilm Käfighaltung erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen, die nachmittags zusammen abhängen und auf den Abend warten. Da haben sie ihren nächsten Coup geplant. Die Zeit dahin verbringen sie mit Rauchen und Quatschen, über die Themen, die sie bewegen. Die jungen Frauen hegen eine Liste von Dingen, die verboten werden sollten. Ganz oben steht die Todesstrafe. Außerdem auf der Liste: linke und rechte Parteien, Deutschland sucht den Superstar, Pelztierhaltung, Robbenjagd, Zwangsverheiratungen, Google Street View, Schützenvereine – und natürlich »blinder Aktionismus«. Doch an diesem Tag gilt ihr Kampf erstmal der Kleingruppenhaltung von Legehennen. Die Parole: frEIhEIt!.

Auf folgenden Festivals und Veranstaltungen wurde der Kurzfilm Käfighaltung 2011/12 gezeigt:

Übrigens: Der Schauspieler Kevin Ramolla ist vor allem in der Fotografie aktiv. Hier geht’s zum Portfolio von K.Ram Photography.

Den Kurzfilm gibt es auf meinem YouTube-Kanal zu sehen – und gleich hier, in deutscher Sprache mit englischen Untertiteln:

Das Thema Todesstrafe

In dem Film kommt die Hinrichtung von Troy Davis zur Sprache, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten – am 26. und 27. September 2011 – für Schlagzeilen sorgte. Auf dem Bildschirm im Hintergrund des Films ist der ZEIT-Artikel vom 23. September zu sehen: Im Zweifel für die Todesstrafe. Im Sommer 2011 hatte ich mit Kinder töten noch einen Film zum Thema Selbstjustiz am Beispiel der Todesstrafe gedreht. Wer sich mit dem Fall Troy Davis beschäftigt – und sei es nur oberflächlich, über den Wikipedia-Artikel etwa – kommt nicht umhin, Sinn und Berechtigung der Todesstrafe als Maßnahme in Zweifel zu ziehen.

Man kann sich eingehend mit dem Fall Troy Davis beschäftigen, über den sich von dem Mord an einem weißen Polizisten im Jahr 1991 bis zum Mord an dem schwarzen Verdächtigen im Jahr 2011 viel Material angesammelt hat. Um es mit Troy Davis selbst zu sagen, der sich mit seinen letzten Worten an die Hinterbliebenen des Opfers von 1991 richtete:

Ihr sollt wissen, trotz der Situation in der ihr seid, dass ich nicht derjenige bin, der euren Sohn, euren Vater, euren Bruder getötet hat. Ich bin unschuldig. Der Vorfall in jener Nacht ist nicht meine Schuld. Ich hatte keine Waffe. Alles, worum ich bitte, ist, dass ihr den Fall genauer anschaut und so letztlich die Wahrheit seht.