Film Zeit

Film ab: ES WIRD EINMAL… ein Langzeitprojekt seit 2015

Zuletzt aktualisiert am 30. Mai 2018 um 12:05

Im Juli habe ich Leni und Sanna kennengelernt. Es war der Auftakt zu einem Langzeitprojekt, das uns noch eine Weile beschäftigen soll. Leni sah ich zuerst. Sie überquerte die Straße, an der ich aufgewachsen bin, schlenderte rüber zu dem Blumenladen, der damals ein Kuhstall war. Leni lief weiter, ganz sportlich in bunt gemustertem Top und kurzer Hose, zu der Brücke neben dem Blumenladen, unter der sich schwere Holzschleusen dem Fluss in den Weg stellen…

Vom Auftakt zu einem Langzeitprojekt

Als Junge stand ich oft vor diesen Schleusen, wenn sie so tief geschlossen waren, dass sie kaum Wasser durchließen und man auf der stromabwärtigen Seite durchs flache Nass waten konnte. Ich erinnere mich daran, wie kleine Fontänen durch Schlitze zwischen den modrigen Holzbalken spritzten. Erinnere mich an die kalte Angst, das mulmige Gefühl, die Balken könnten brechen, ein Schwall auf mich niederstürzen und unter sich begraben.

Die Schauspielerinnen Karina Syndicus und Anni C. Salander in einem Standbild zum Langzeitprojekt ES WIRD EINMAL...

Hier geht es zur Projektseite: ES WIRD EINMAL… | Langzeitprojekt, seit 2015

Spielplätze der Kindheit

In ein paar Monaten oder wenigen Jahren wird es diese Schleuse zwischen Sägewerk und Eisenhütte, zwei Spielplätzen meiner Kindheit und Jugend, nicht mehr geben. Ein paar Meter weiter flussaufwärts wird bereits ein neues Stauwerk gebaut. Als Leni zur Brücke joggte, hielt sie dort inne. Ich sah sie, wie sie sich an einen Strommast lehnte und verschnaufte, im Hintergrund die Baustelle, aus der das neue Stauwerk hervorgehen wird, eines Tages. Leni (gespielt von Anni C. Salander) wird dorthin zurückkehren. Steht so im Drehbuch. Oder vielmehr in den losen Notizen.

Sanna (gespielt von Karina Syndicus) sah ich erstmals in einem Märchenhäuschen. Von außen weiß gestrichen, große Fenster, Tür immer offen, die Wände von innen mit Stoff abgehangen – und alles voller Puppen und Requisiten, arrangiert in Grimmschen Geschichten, bis unter die Decke. Dort saß Sanna, im gleißenden Gegenlicht an einem Tischchen auf dem Tässchen ein Teeründchen darstellten. Leni, die am Haus vorbeischlich, durchs Fenster hineinspähte und durch die offene Tür eintrat, klopfte gegen den hölzernen Türrahmen, worauf Sanna sich erhob; sichtbar wurde, als lebendes Wesen zwischen all den toten Augen.

Zwei außergewöhnliche Frauen

So begegneten sich Leni und Sanna, die beiden Protagonisten in einem Filmprojekt, das wir in diesem Sommer 2015 begonnen haben und über viele Jahre fortsetzen möchten. Die Idee zu der Geschichte von der innigen Freundschaft zweier außergewöhnlicher Frauen liegt schon eine Weile in meiner Schublade. Zwei Jahre. Doch natürlich brauchte es einen Richard Linklater, um die – jetzt nicht mehr ganz so originell anmutende – Idee zu bringen, dieses Ding als Langzeitprojekt über einen gewaltigen Zeitraum zu konzipieren. 10 Jahre. 20 Jahre. Zwei Leben lang. Was weiß ich. Es macht Sinn, macht Spaß. Es wird einmal…

Um der schönen Nostalgie willen, hier also ein Einblick in einen Film, den es nicht gibt. Noch nicht. Noch sehr lange nicht. Kleine Vorschau zum Langzeitprojekt:

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