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Monat: April 2016

Spazierleser

Unlängst lag ich am Ufer eines Flusses, der so langsam fließt, dass man sich fragt: in welche Richtung eigentlich?, und las ein Buch über „Speedreading“. Tempoclash. Als würde man bei 180 Sachen auf der Autobahn im Fahrzeughandbuch wegen der defekten Bremsen nachschlagen. Nur etwas weniger gefährlich, die Flussvariante. Obwohl ich von Brennnesseln umgeben war – doch noch so zugeknöpft und langärmelig, an einem dieser raren Sonnentage im noch kühlen April, dass mir keine Nessel auf die Pelle rückte. Speedreading also. Speed. Reading. So soll man nicht lesen. Wort für Wort. Sondern fünf Wörter auf einmal, oder mehr. Heißt es in dem Buch. Eine…

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DEUTSCH – disappointed

„Moment, da sind Sie im Bereich des Justiziablen…“, unterbrach Böhmermann seinen Gast Jörg Kachelmann. Zuvor hatte der ehemalige ARD-Wetterfrosch die Journalistin Alice Schwarzer als Depp bezeichnet. Ob man das dürfe? Müsste gerade noch gehen. Gerade noch. „Sie wissen das sehr genau, ne?“, fragt Jan Böhmermann. Dann möchte er Sachen ausprobieren, die man sagen könne, für die man verklagt werde… Das war im Januar, erste Folge von „Schulz & Böhmermann“, der Sendung mit dem Insert für die potenziell justiziablen Momente. Rund zwei Monate später sitzt Bloggerin Ronja von Rönne neben Jan von Böhm, dieses Mal im „Neo Magazin Royale“, der Sendung ohne Insert. Ronja sagt: „Du kennst ja…

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Ergo: Dann gegen alles

Gestern schlenderte ich spätabends – auf der Suche nach Essen – an einem eingeschalteten Fernseher vorbei. Fasziniert blieb ich stehen, hatte ich doch just den Moment erwischt, da William Cohn in gewohnter Disstrack-Manier das Neo Magazin Royale ankündigte. Es ließ mich meinen Hunger vergessen. Jan Böhmermann im Hauptprogramm, das muss man sich doch auch mal geben. Und so sank ich mit einer gewissen musealen Faszination für dieses lineare Programm in den Sessel, um – Premiere für mich – Böhmi im TV zu sehen. Randnotiz: Es vergehen Jahre, in denen ich kein Fernsehen schaue. 2016 ist keines davon, hat doch bereits am Karfreitag das TV-Programm…

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Bemerkungen eines Bandbattlebesuchers

Unlängst hat es mich auf eine „Toys2Masters“-Show verschlagen. Sagt man das so? Oder „Toys2Masters“-Bandbattle? „Toys2Masters“-Contest? Ein Abend, an dem sechs junge Rockbands es krachen lassen und am Ende hoffen, vom Publikum die meisten Stimmen zu bekommen. Sowas. Stattgefunden in der Klangstation am Bahnhof von Bad Godesberg. Auf dem Weg dorthin in einem unterirdisch idiotischen Tunnelsystem verfahren, deshalb den Auftakt vom „Fighting Buddha“-Gig verpasst. Wenn das ein Wettbewerb um den besten Bandnamen gewesen wäre, hier meine Top 5: Blow Of Fate (das wäre auch ein schöner Pornotitel), Bescheuat (ich habe einen einfachen Humor), The Dining Fish (einen sehr einfachen Humor), Gina…

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All der Fragen rote Faden

Vor knapp zwei Jahren, im Mai 2014, habe ich „Shoah“ erstmals gesehen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass >Shoah< jeden Zuschauer verändert. Man wird gewissermaßen von >Shoah< markiert“, sagt Regisseur Claude Lanzmann über diesen seinen Film und in meinem Fall kann ich ihm zustimmen: Für mich gibt es ein Davor und Danach, ein Immer-wieder-daran-denken, ein Nicht-mehr-loslassen. Damals schrieb ich: Wie kann ich – 25 Jahre alt und in Deutschland aufgewachsen – nicht längst von diesem Film gehört haben? Wie kann es sein, dass ich ihn bis vor wenigen Tagen noch nicht gesehen habe? Und wie kann es sein, dass “Shoah” weder in…

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Innen und außen

19Am ersten und zweiten Tag dieses Jahres habe ich „Frank“ und „Room“ gesehen. Zwei Abrahamson-Filme. Von beiden kannte ich weder Trailer noch Handlung noch sonstwas. Dass Michael Fassbender und Brie Larson dabei sind, das erzählte man mir. Fassbender spielt einen Band-Frontsänger, der niemals seine überdimensionale Pappmaschee-Maske absetzt. Weder beim Auftritt, noch bei den Proben, noch beim monatelangen Album-Recording. Noch beim Duschen (mutig, für diese Rolle Herrn Fassbender anzufragen). Larson spielt eine Mutter, deren Leben mit ihrem fünfjährigen Sohn sich in einem winzigen Raum abspielt – bis zu einer „Todesszene“, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Der Eine will…

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