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Monat: März 2016

Von Waffen und Worten

Vor vier Tagen schrieb ich noch über die Angst und gedachte der Attentate von Paris. Zitierte there is no terror in the bang. Schon am nächsten Morgen detonierte erneut eine Bombe in Istanbul. Heute dann hat der Terror Brüssel getroffen – und eine Freundin schreibt mir: „Du hast mich letztens nach dem Sinn des Lebens gefragt. Jetzt frag ich Dich: Wie gehst Du mit all den Anschlägen rund um Deutschland um? Hast du Angst? Ein mulmiges Gefühl? Oder denkst Du nicht drüber nach, wenn du zum Beispiel einen Trip nach Berlin machst? Meidest Du Metropolen und sagst Dir >gut, dass ich…

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Angst vor allen Anderen

„There is no terror in the bang, only in the anticipation of it.“ Das hat Hitchcock gesagt. Bei Terror denke ich an Sprengstoffwesten. Maschinengewehre in zivilem Umfeld. Hitchcock sprach von Schrecken. Von extreme fear. Die Angst, die nicht vom Knall selbst herrührt, sondern von der Erwartung desselben . Die Angst, die man nach den Paris Attacks gespürt hat. Die Angst, die unser master of suspense, De Maiziere, so öffentlichkeitswirksam gestreut hat, dass der schwarzhumorige Hitchcock applaudiert hätte. Eigentlich wollte ich diesen Beitrag (seit Monaten schlummert der Entwurf im Backend) anlässlich der Attentate veröffentlichen. Dann erschien es mir banal und blöd…

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Sinnsuche, ein Dialog

[Eine Sammlung von rund 35 untermittelbaren Antworten diverser Personen – Mittzwanziger bis Mittfünfziger aus Deutschland, Groß-Britannien, Russland, Serbien, Syrien – auf die Frage „Person XY, was ist der Sinn des Lebens?“, mit mehr oder weniger Gehalt – ich war so frei, die Grammatik halbwegs geradezubiegen, weil sich um eine ordentliche Sprache ja kein Fucker unserer sozialmedialen Spaßgesellschaft mehr schert. Ansonsten sind die Antworten unverändert aneinandergeknüpft – Übergänge dementsprechend zuweilen holprig. Aus Faulheitsgründen sind die englischen Antworten nicht übersetzt, aus Unfähigkeitsgründen nicht korrigiert worden (for reasons of incompetence the English answers are not corrected). Deal with it.] „Was ist der Sinn…

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Der Sinn, der Sinn, das windige Ding

Was ist der Sinn des Lebens? – ein Buch „Ratgeber“, das ist so ein Literaturgenre, mit dem ich mich nur schwer anfreunden kann. Sachbücher, Fachbücher, gerne, jemand breitet sein Wissen vor mir aus und ich kann es aufsaugen, hinnehmen, überprüfen, anzweifeln, wiedergeben, als meines verkaufen… Ratgeber geben letztlich auch nur Wissen wieder – beziehungsweise „Wissen“ (denn mal ehrlich, was gesund oder ungesund ist, wird alle paar Jahre neu definiert, was glücklich oder erfolgreich macht, ist irgendwie subjektiv…). Es ist der imperative Tonfall, der mich an den meisten Ratgebern nervt (wohlgemerkt nicht genug, als dass ich keine mehr lesen würde). Immer so: Mach…

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KaTicTacToelisch

Der einzige Nominierte für die Kategorie „Bester Film“, den ich nicht vor der Verleihung Ende Februar gesehen habe. Natürlich bekam er den Oscar. Sonntag erst hat es mich ins Kino verschlagen: Licht aus, „Spotlight“ an. Nicht nur der Goldjunge machte mich neugierig, auch und insbesondere der ProPublica-Artikel „Spotlight“ gets investigative journalism right. So so. Ja ja. Mal sehen. Jetzt habe ich den Film gesehen, aber woher soll ich wissen, was in Sachen investigativer Journalismus right ist? Da geht es mir wie DiCaprio, der nach der Oscar-Verleihung gefragt wird, ob er seine Trophäe jedes Jahr gravieren lässt: „I wouldn’t know.“ „Spotlight“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen…

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Sechs Engel in Oberhausen

Die Erwartungen pendelten sich Richtung Nullpunkt ein, als wir – die pünktlichen Deutschen – um kurz nach 20 Uhr (Einlass!) an die Tür klopften und uns keiner reinließ. Das Gebäude sah von außen auch eher nach Bruchbude, als Veranstaltungsort aus. Bin vorher noch nie im „Druckluft“ in Oberhausen gewesen. Keine Ahnung, was ich mir darunter vorgestellt hatte (die vagen Vorstellungen sind von konkreten Eindrücken mal wieder vollends verdrängt worden) – ein wenig überrascht hat mich der kleine, kalte, mit knalligen Stickern und antifaschistischen Sprüchen tapezierte Bau schon. Aktionismus, schallte es von allen Wänden, zuweilen mit einer fetten Portion Wut, gar…

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